Die Hauptstadt hat erneut eine unruhige Silvesternacht erlebt. In Berlin wurden mehr als 300 Personen festgenommen, nachdem es in mehreren Stadtteilen zu Ausschreitungen kam. 15 Polizistinnen und Polizisten erlitten leichte Verletzungen bei Einsätzen gegen randalierende Gruppen. Die Berliner Ringbahn musste aufgrund eines Feuers auf den Gleisen zeitweise unterbrochen werden.
«Es war eine herausfordernde Nacht für unsere Einsatzkräfte, aber dank der verstärkten Präventionsmaßnahmen konnten wir größere Ausschreitungen wie in den Vorjahren verhindern», erklärte Berlins Polizeipräsidentin am Neujahrsmorgen. Die meisten Festnahmen erfolgten wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.
Besonders in Neukölln und Wedding kam es zu Angriffen auf Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern. Am Kottbusser Tor zündeten Unbekannte gegen 23:40 Uhr mehrere Müllcontainer an, die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindern.
Dramatische Szenen spielten sich an der S-Bahnstrecke in Tempelhof ab, wo brennende Gegenstände auf die Gleise geworfen wurden. Ein Augenzeuge berichtete mir: «Plötzlich standen die Gleise in Flammen und der Zugverkehr wurde sofort gestoppt.» Der Bahnverkehr auf der Ringbahn konnte erst gegen 3:30 Uhr wieder vollständig aufgenommen werden.
Die Innensenatorin kündigte an, das Sicherheitskonzept für künftige Silvesterfeierlichkeiten noch einmal zu überarbeiten. «Was wir hier erlebt haben, geht über normales Feierverhalten weit hinaus«, sagte sie bei einem Vor-Ort-Termin in Neukölln.
Trotz aller Vorfälle feierten die meisten Berlinerinnen und Berliner friedlich ins neue Jahr. Am Brandenburger Tor versammelten sich tausende Menschen zum traditionellen Feuerwerk. Doch die Nacht hinterlässt einen schalen Beigeschmack und wirft erneut die Frage auf: Wie kann Berlin sein Silvester-Problem in den Griff bekommen?