In Hamburg atmete die Stadtreinigung am Neujahrstag etwas auf: Nach den ausgelassenen Silvesterfeierlichkeiten wurden etwa drei Tonnen weniger Müll eingesammelt als im Vorjahr. Insgesamt 25 Tonnen Böller- und Raketenreste, Glasscherben und allerlei Partyrückstände landeten in den Fahrzeugen der Reinigungstrupps. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 28 Tonnen gewesen, wie die Stadtreinigung Hamburg mitteilte.
Bereits ab 5:30 Uhr morgens rückten die ersten der insgesamt 710 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, um die Straßen von den Überresten der Silvesternacht zu befreien. Mit Besen, Laubbläsern und 155 Reinigungsfahrzeugen kämpften sie gegen das Chaos an. «Die meisten Feiernden haben ihren Müll ordnungsgemäß entsorgt», berichtet Einsatzleiter Frank Peters. «Aber gerade an den Hotspots wie Landungsbrücken und Jungfernstieg sah es aus wie auf einem Schlachtfeld.»
Dass weniger Müll anfiel als im Vorjahr, führen die Verantwortlichen auf mehrere Faktoren zurück. Die Hamburger Umweltbehörde hatte verstärkt für umweltbewusstes Feiern geworben. Zudem spielte das regnerische Wetter eine Rolle – viele Feiernde zogen private Partys dem Feuerwerk im Freien vor.
Ein Trend, den ich in den letzten Jahren immer wieder beobachtet habe: Das Umweltbewusstsein der Hamburger wächst spürbar. Früher hätte kaum jemand seinen Feuerwerksmüll selbst entsorgt. Heute sehe ich immer öfter Menschen, die mit Tüten losziehen, um ihre Hinterlassenschaften einzusammeln.
Die wirtschaftlichen Folgen der nächtlichen Feierlichkeiten bleiben trotz des Rückgangs beträchtlich. Allein für die Sonderreinigung investierte die Stadt rund 65.000 Euro. «Jede Tonne weniger ist gut für die Umwelt und den Geldbeutel der Stadt», erklärt Umweltsenator Jens Kerstan.
Die nächste Herausforderung für die Stadtreinigung steht übrigens bereits bevor: In sechs Wochen beginnt der Hamburger Karneval – und mit ihm ein neuer Kraftakt für die Reinigungsteams. Vielleicht setzt sich ja der positive Trend fort. Manchmal braucht es eben mehr als gute Vorsätze zum Jahreswechsel.