Die Silvesternacht in Berlin zeichnet ein beunruhigendes Bild: Trotz massiver Polizeipräsenz kam es zu zahlreichen Übergriffen auf Einsatzkräfte. 390 Menschen wurden festgenommen, 54 Polizisten verletzt. Die Hauptstadt erlebte erneut, was Innensenatorin Iris Spranger (SPD) als «Gewaltexzesse» bezeichnet – ein trauriger Rekord im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders in Neukölln und Kreuzberg eskalierte die Lage. Menschen warfen Böller gezielt auf Polizisten, Rettungskräfte und Feuerwehrleute. In der Sonnenallee, die ich aus meiner Berichterstattung gut kenne, herrschte zeitweise ein regelrechtes Chaos. «Es ist erschreckend, mit welcher Brutalität manche Menschen jene angreifen, die für ihre Sicherheit sorgen», sagte mir ein Polizeibeamter vor Ort.
Die Polizei war mit 4.000 Kräften im Einsatz – deutlich mehr als in den Vorjahren. Dennoch konnten viele Angriffe nicht verhindert werden. Auch die eingerichteten Böllerverbotszonen in Schöneberg, am Alexanderplatz und in Neukölln zeigten nur begrenzte Wirkung.
Die Feuerwehr rückte zu 1.598 Einsätzen aus, darunter 663 Brände. Eine Berliner Feuerwehrsprecherin erklärte: «Jeder Angriff auf unsere Leute ist einer zu viel. Wir kommen, um zu helfen und werden dafür attackiert.»
Diese Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein reines Berliner Phänomen, aber nirgendwo sonst zeigt sie sich so deutlich wie in der Hauptstadt. Die Politik steht nun erneut vor der Frage: Wie lassen sich künftige Silvesternächte sicherer gestalten – ohne das Fest für alle zu ruinieren?