Die Silvesternacht in Frankfurt wurde überschattet von gefährlichen Zwischenfällen mit Feuerwerkskörpern. In der Innenstadt schossen mehrere Personen gezielt Raketen in Menschenmengen, was zu sofortigen Festnahmen führte. Nach Angaben der Polizei Frankfurt wurden drei Tatverdächtige im Alter von 16 bis 18 Jahren in Gewahrsam genommen.
Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich am Mainufer, wo eine fehlgeleitete Rakete ein elfjähriges Kind am Arm verletzte. «Wir beobachten seit einigen Jahren einen besorgniserregenden Trend beim Umgang mit Pyrotechnik«, erklärt Polizeisprecher Thomas Weber. Die Einsatzkräfte waren mit verstärkter Präsenz unterwegs, nachdem bereits in den Vorjahren ähnliche Vorfälle registriert wurden.
Besonders rund um den Römerberg und die Hauptwache kam es zu kritischen Situationen. Ein Augenzeuge berichtet: «Es fühlte sich an wie in einem Kriegsgebiet. Einige junge Männer haben gezielt auf Passanten gezielt.» Als Reporterin habe ich in den letzten Jahren beobachtet, wie die Hemmschwelle beim Umgang mit Feuerwerk kontinuierlich sinkt – was früher als gefährlicher Einzelfall galt, scheint mittlerweile fast zum Silvesterritual zu gehören.
Die Stadt Frankfurt erwägt nun, in bestimmten Bereichen der Innenstadt ein vollständiges Böllerverbot für die kommenden Jahre durchzusetzen. Solche Regelungen existieren bereits in München und Hamburg – warum nicht auch hier? Die Vorfälle werfen die Frage auf: Wie viel Freiheit verträgt ein Fest, bei dem die Sicherheit aller auf dem Spiel steht?