Die Diskussion um die umstrittene Moschee am Hamburger Steindamm nimmt eine neue Wendung. Der SPD-Bezirkspolitiker Ali Kazanci hat sich für seine Teilnahme an einer Veranstaltung im Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) entschuldigt. Diese Organisation wird vom Verfassungsschutz beobachtet und gilt als verlängerter Arm des iranischen Regimes. Besonders brisant: Die Veranstaltung fand nur wenige Tage nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober statt.
«Meine Teilnahme war ein Fehler«, erklärte Kazanci in einer Stellungnahme. «Ich distanziere mich klar von jeder Form von Antisemitismus und vom Terrorangriff der Hamas auf Israel.» Der Bezirkspolitiker aus Hamburg-Mitte betonte, er sei der Einladung eines Freundes gefolgt, ohne die Hintergründe ausreichend zu kennen.
Die Hamburger SPD-Fraktion reagierte prompt. «Wir verurteilen jegliche Zusammenarbeit mit dem IZH», sagte ein Sprecher. Die Blaue Moschee am Steindamm steht seit Jahren in der Kritik. Laut Verfassungsschutz verbreitet das IZH die islamistische Ideologie der iranischen Führung in Deutschland.
In Hamburg ist die Debatte besonders intensiv. Seit Jahren wird die Schließung des Zentrums gefordert. Ich erinnere mich an viele Gespräche mit Anwohnern, die die zwiespältige Rolle der Moschee im Stadtteil beschrieben – einerseits als religiöse Einrichtung, andererseits mit politischer Agenda.
Was bleibt, ist die Frage nach dem Umgang mit religiösen Einrichtungen, die unter Extremismusverdacht stehen. Für Politiker wie Kazanci zeigt der Fall, wie schnell man zwischen die Fronten geraten kann. Die Hamburger Stadtgesellschaft muss nun ausloten, wie sie religiöse Freiheit wahrt und gleichzeitig gegen Extremismus vorgeht. Keine leichte Aufgabe in diesen Zeiten.