Der U-Bahn-Tunnel in Dortmund verwandelt sich in diesen Tagen in eine Großbaustelle mit Schichtbetrieb rund um die Uhr. Seit dem 14. Juli und noch bis zum 11. August erneuern Arbeiter die komplette Gleisanlage im unterirdischen Stadtbahnbereich. Erstmals seit 40 Jahren werden die Schienen auf voller Länge ausgetauscht. Rund 400 Handwerker und Spezialisten arbeiten in Schichten durch, damit die Stadt nicht länger als nötig im ÖPNV-Chaos versinkt.
Wer durch die Dortmunder Innenstadt geht, bemerkt die Bauarbeiten kaum – doch unter der Erde herrscht Hochbetrieb. «Wir tauschen knapp 10 Kilometer Gleis aus, das ist eine logistische Meisterleistung», erklärt Bauleiter Michael Schmidt. Die alten Schienen waren teilweise so abgenutzt, dass die Bahnen an manchen Stellen nur noch im Schritttempo fahren konnten.
Die DSW21, Dortmunds Verkehrsbetrieb, investiert rund 20 Millionen Euro in die Sanierung. Für Pendler bedeutet das erhebliche Einschränkungen: Zahlreiche U-Bahn-Linien werden umgeleitet oder durch Busse ersetzt. An manchen Stationen stehen Lotsen bereit, die verunsicherte Fahrgäste zu den Ersatzhaltestellen führen.
Bei meinem Besuch auf der Baustelle beeindruckt mich besonders die präzise Choreografie der verschiedenen Gewerke. In den engen Tunnelröhren rangieren Spezialfahrzeuge, während gleichzeitig alte Schienen herausgeschnitten und neue verlegt werden. Die Luft ist staubig und erfüllt vom Geruch heißen Metalls.
«Wir liegen bisher gut im Zeitplan», sagt Oberbauleiter Thomas Weber, während hinter ihm Funken von einer Schweißarbeit sprühen. «Wenn alles glatt läuft, könnte der Betrieb sogar einige Tage früher als geplant wieder aufgenommen werden.» Für die Dortmunder wäre das eine gute Nachricht – besonders für die vielen Berufspendler, die jetzt teilweise eine Stunde länger für ihren Arbeitsweg brauchen.
Bleibt die Frage: Wird nach dieser Mammut-Sanierung für die nächsten 40 Jahre Ruhe sein? Die Experten verneinen. Zukünftig sollen Wartungsarbeiten in kürzeren Abständen stattfinden – allerdings in kleineren Abschnitten, um solch massive Einschränkungen zu vermeiden. Eine Lehre, die man aus der aktuellen Situation gezogen hat.