Die Sportstätten in Düsseldorf sind in einem besorgniserregenden Zustand. Mehr als 40 Prozent der städtischen Sportanlagen benötigen dringende Sanierungsmaßnahmen, wie Rainer Klaeren vom Stadtsportbund Düsseldorf gestern im WDR-Interview betonte. Besonders Schwimmbäder und Turnhallen leiden unter jahrelangem Investitionsstau. «Wir sprechen hier von einem Sanierungsbedarf von fast 300 Millionen Euro», so Klaeren.
Der Verfall betrifft alle Stadtteile. In Benrath musste ein Schwimmbad bereits für sechs Monate geschlossen werden, nachdem Deckenteile ins Becken fielen. In Bilk trainieren Kinder in Turnhallen mit undichten Dächern. Die Situation spitzt sich zu, während gleichzeitig die Mitgliederzahlen in Sportvereinen nach der Pandemie wieder ansteigen. «Wir verzeichnen einen Zuwachs von 7 Prozent bei Kindern und Jugendlichen», erklärt Klaeren.
Aus Gesprächen mit Vereinsvorsitzenden höre ich immer wieder die gleiche Sorge: Die marode Infrastruktur gefährdet nicht nur den Breitensport, sondern auch die Nachwuchsarbeit. Als ich letzte Woche die Sporthalle in Oberkassel besuchte, zeigte mir ein Trainer Eimer, die er bei Regen aufstellen muss.
Der Stadtsportbund fordert nun ein umfassendes Sanierungsprogramm von der Stadt. Die Politik hat reagiert und 15 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen bereitgestellt – ein Tropfen auf den heißen Stein, wie Klaeren meint. Bis zum Sommer will die Stadt einen detaillierten Sanierungsplan vorlegen.
Die Zukunft des Breitensports in Düsseldorf steht auf dem Spiel. Wer heute in marode Sportstätten investiert, spart morgen bei Gesundheitsausgaben und sozialen Problemen. Oder wie meine alte Sportlehrerin in Hamburg immer sagte: «Eine Gesellschaft, die nicht in Bewegung bleibt, kommt nicht voran.»