Die Geduld der Autofahrer in Schleswig-Holstein wird zunehmend auf die Probe gestellt. Auf den Autobahnen des nördlichsten Bundeslandes summierte sich die Stauzeit im ersten Halbjahr 2024 auf insgesamt 17.235 Stunden – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das geht aus der aktuellen ADAC-Staubilanz hervor, die gestern veröffentlicht wurde.
Besonders betroffen war die A7, die als zentrale Nord-Süd-Verbindung durch das Land führt. Hier wurden allein 10.356 Staustunden registriert. Ich erinnere mich noch gut an die Pfingstferien, als sich vor dem Elbtunnel bei Hamburg die Blechlawine kilometerweit zurückstaute und frustrierte Urlauber bei sommerlichen Temperaturen in ihren Autos ausharren mussten.
«Die Kombination aus Ferienverkehr, zahlreichen Baustellen und dem generell gestiegenen Verkehrsaufkommen hat die Situation deutlich verschärft», erklärt Rainer Schmidt, Verkehrsexperte des ADAC Schleswig-Holstein. Auf der A1 zwischen Hamburg und Fehmarn wurden 3.928 Staustunden gezählt, während die Ostseeuferautobahn A20 mit 1.673 Stunden vergleichsweise besser abschnitt.
Die Problematik zeigt sich auch an der durchschnittlichen Staulänge, die mit 3,6 Kilometern ebenfalls zugenommen hat. Ein besonders extremes Beispiel ereignete sich am 26. Mai auf der A7 zwischen Hamburg und Flensburg, als ein 23 Kilometer langer Stau den Verkehr für mehr als vier Stunden lahmlegte.
Diese Entwicklung trifft Schleswig-Holstein als Tourismusland besonders hart. Für die kommenden Sommerferien rät der ADAC Reisenden, alternative Routen zu prüfen und wenn möglich auf verkehrsärmere Tage auszuweichen. Die Frage bleibt: Wie lange noch können wir uns eine Verkehrsplanung leisten, die regelmäßig im Stillstand endet?