In Dresden sind seit Montag zahlreiche Straßenbahnlinien unterbrochen. Grund sind umfangreiche Bauarbeiten an den Gleisen und der Infrastruktur, die bis Ende Januar andauern werden. Betroffen sind vor allem die Linien 3, 8 und 9, die den zentralen Verkehrsknotenpunkt Albertplatz nicht mehr anfahren können. Nach Angaben der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) nutzen täglich mehr als 30.000 Fahrgäste diese Verbindungen.
Der Ersatzverkehr mit Bussen ist bereits angelaufen, stößt jedoch in den Hauptverkehrszeiten an seine Grenzen. «Wir empfehlen allen Pendlern, etwa 15 Minuten mehr Zeit einzuplanen», erklärt DVB-Sprecherin Anja Ehrlich. Besonders im Berufsverkehr könne es zu Verzögerungen kommen. An den Haltestellen stehen zusätzliche Servicemitarbeiter bereit, die bei Fragen helfen.
Die Bauarbeiten sind Teil eines größeren Sanierungsprogramms, das die Stadt Dresden für das Jahr 2024 beschlossen hat. Neben der Gleiserneuerung werden auch Leitungen unter der Straße saniert und die barrierefreie Umgestaltung mehrerer Haltestellen vorangetrieben.
Als ich gestern am Albertplatz unterwegs war, zeigte sich: Die meisten Dresdner nehmen die Einschränkungen gelassen. «Ist halt Winter, da wird immer gebaut», meinte eine ältere Dame achselzuckend, während sie auf den Ersatzbus wartete. Viele Stammfahrgäste haben sich bereits alternative Routen überlegt.
Die Verkehrsplaner rechnen damit, dass die Arbeiten wie geplant bis zum 31. Januar abgeschlossen werden können – wenn das Winterwetter mitspielt. Die Frage bleibt: Wird dies die einzige größere Einschränkung im Dresdner Nahverkehr in diesem Jahr bleiben? Angesichts der alternden Infrastruktur in vielen Stadtteilen darf das bezweifelt werden.