Die Bahnverbindung zwischen Köln und Hagen ist seit Montagmorgen vollständig gesperrt. Zahlreiche Pendler und Reisende müssen sich auf erhebliche Verzögerungen einstellen – die Sperrung soll bis Dezember andauern. Laut Deutsche Bahn verlängert sich die Fahrzeit zwischen Köln und Dortmund um mindestens eine Stunde. Betroffen sind sowohl der Fernverkehr als auch zahlreiche Regionalzüge, die nun weiträumig umgeleitet werden müssen.
Die Sperrung ist Teil des Großprojekts zur Modernisierung der Schieneninfrastruktur. Auf der Strecke werden Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sowie digitale Stellwerke installiert. «Diese Bauarbeiten sind unumgänglich, um die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs in Zukunft zu verbessern», erklärte Bahnsprecherin Claudia Schmidt. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro in die Sanierung.
Für Pendler wie Markus Weber aus Wuppertal bedeutet dies jedoch eine Zerreißprobe: «Statt 40 Minuten bin ich jetzt über zwei Stunden unterwegs. Das ist auf Dauer kaum zu stemmen.» Die Bahn hat zwar Ersatzbusse eingerichtet, doch gerade zu Stoßzeiten sind diese überfüllt.
Als ich gestern am Kölner Hauptbahnhof war, herrschte spürbare Verunsicherung. Viele Reisende standen ratlos vor den Anzeigetafeln, Bahnmitarbeiter in roten Westen versuchten, den Überblick zu behalten. Ein vertrautes Bild, das ich in meinen Jahren als Berichterstatterin für Infrastrukturthemen immer wieder gesehen habe.
Die monatelange Sperrung zeigt einmal mehr den Sanierungsstau im deutschen Schienennetz. Experten fordern seit Jahren höhere Investitionen. Für die betroffene Region zwischen Rheinland und Ruhrgebiet bedeutet die Sperrung nicht nur Unannehmlichkeiten für Bahnreisende, sondern auch wirtschaftliche Einbußen. Wird die Geduldsprobe der Pendler wenigstens mit einer zuverlässigeren Bahn belohnt werden?