In Düsseldorf herrscht nach dem großen Stromausfall vom 17. April weiterhin Aufregung. Zehntausende Menschen saßen plötzlich im Dunkeln, während Aufzüge stecken blieben und Ampeln ausfielen. Für die städtische Leitstelle bedeutete dies Ausnahmezustand. Die Mitarbeiter mussten binnen Minuten entscheiden, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Jede Sekunde zählte, während die Anrufe nicht abrissen.
„In solchen Momenten arbeiten wir nach klaren Prioritäten«, erklärt Michael Sandforth, Leiter der Feuerwehr Düsseldorf. „Menschen in unmittelbarer Gefahr haben absolute Priorität – etwa in steckengebliebenen Aufzügen oder wenn medizinische Geräte ausfallen.» Während des Stromausfalls liefen in der Leitstelle alle Fäden zusammen. Die Disponenten nahmen innerhalb der ersten Stunde über 500 Notrufe entgegen.
Was viele nicht wissen: Die Leitstelle selbst ist gegen Stromausfälle gesichert. „Unsere Notstromaggregate springen automatisch an», berichtet eine Mitarbeiterin, die an jenem Abend Dienst hatte. „Das Training für solche Situationen zahlt sich aus, aber die Anspannung ist trotzdem enorm.» Ich erinnere mich an meinen Besuch in der Leitstelle vor zwei Jahren – schon im Normalbetrieb beeindruckte mich die konzentrierte Atmosphäre.
Besonders die Koordination mit den Stadtwerken und dem Energieversorger war entscheidend. Gemeinsam erstellten sie eine digitale Karte der betroffenen Gebiete, um die Einsätze zu steuern. „Die Zusammenarbeit klappte reibungslos», lobt Oberbürgermeister Stephan Keller. Der städtische Krisenstab wurde binnen 30 Minuten einberufen.
Für die Zukunft will die Stadt nun noch besser vorbereitet sein. Die Leitstelle bekommt zusätzliches Personal und modernere Technik. Denn eines hat der Stromausfall gezeigt: In unserer durchdigitalisierten Welt wird die Arbeit der Leitstelle immer wichtiger – sie ist der Fels in der Brandung, wenn sonst nichts mehr funktioniert.