In Berlin-Köpenick sitzen seit Dienstagabend rund 35.000 Menschen im Dunkeln. Ein beschädigtes Hochspannungskabel hat weite Teile des Bezirks lahmgelegt. «Wir rechnen mit einer Reparaturdauer bis Donnerstagabend», erklärt Stromnetz-Berlin-Sprecherin Constance Frey. Betroffen sind neben Wohnungen auch Geschäfte, Schulen und öffentliche Einrichtungen.
Während viele Betroffene bei Freunden oder Verwandten unterkommen, stellt sich für Familien mit Kleinkindern, ältere Menschen und Pflegebedürftige eine dringende Frage: Wer übernimmt die Kosten für eine Hotelübernachtung?
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat inzwischen eine Notunterkunft in der Friedrichshagener Turnhalle eingerichtet. «Die ist aber nur für den absoluten Notfall gedacht», betont Bezirksstadtrat Gernot Klemm. Die roten Feldbetten stehen in Reih und Glied – bisher wurden sie kaum genutzt.
Wer ein Hotel braucht, muss zunächst selbst zahlen. Erstattungen gibt es nur in Ausnahmefällen. «Bei akuter Gefährdung vermitteln wir über das Sozialamt Unterkünfte», sagt Klemm. Doch die Hürden sind hoch.
Ich war gestern Abend in Köpenick unterwegs. Die Stimmung unter den Anwohnern schwankt zwischen Frust und pragmatischer Gelassenheit. «Jetzt weiß ich endlich, wozu ich die Campingausrüstung noch habe», schmunzelt Rentnerin Helga Meyer und zündet eine Kerze an.
Versicherungsexperten raten, den eigenen Versicherungsschutz zu prüfen. «Manche Hausratversicherungen decken Mehrkosten bei unbewohnbarer Wohnung ab», erklärt Verbraucherschützerin Claudia Beck vom Berliner Mieterverein.
Die nächsten 24 Stunden werden für viele Köpenicker eine Geduldsprobe. Das Bezirksamt verspricht weitere Hilfsmaßnahmen, falls sich die Reparatur verzögert. Die Frage bleibt: Wie gut sind wir auf solche Infrastrukturausfälle wirklich vorbereitet?