Der Wintereinbruch hat Hamburg fest im Griff. Seit gestern Abend hält Sturmtief «Elli» die Hansestadt mit Schnee und Sturm in Atem. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor anhaltenden Schneefällen mit bis zu 20 Zentimetern Neuschnee und Orkanböen von bis zu 110 km/h an der Küste.
Die Hamburger Verkehrsbetriebe melden erhebliche Einschränkungen. «Wir kämpfen gegen die Schneemassen, aber einige Buslinien mussten wir komplett einstellen», erklärt HVV-Sprecher Thomas Meier. Auf den Autobahnen A1 und A7 kam es zu kilometerlangen Staus, nachdem mehrere LKW witterungsbedingt liegen geblieben waren.
An den Schulen wurde der Präsenzunterricht ausgesetzt. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. «Die Sicherheit geht vor», betont Schulsenator Ties Rabe. Eine Notbetreuung sei aber gewährleistet.
Ich bin heute Morgen durch Winterhude gefahren – was normalerweise 15 Minuten dauert, hat fast eine Stunde in Anspruch genommen. Viele Menschen halfen sich gegenseitig, steckten gebliebene Autos anzuschieben oder räumten gemeinsam Gehwege frei.
Im Hafen mussten mehrere Fährverbindungen komplett eingestellt werden. Die Sturmflutwarnung bleibt bestehen, mit einem erwarteten Hochwasser von bis zu zwei Metern über normal.
«Die Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz», sagt Feuerwehrsprecher Jan Peters. Seit Mitternacht gab es über 200 wetterbedingte Einsätze. Besonders betroffen sind die Stadtteile nahe der Elbe.
Der Winterdienst arbeitet rund um die Uhr, doch die anhaltenden Schneefälle machen die Räumarbeiten schwierig. Laut Wetterprognose soll sich die Lage erst morgen Nachmittag entspannen.
Diese ungewöhnlich heftige Winterfront zeigt wieder, wie schnell unsere städtische Infrastruktur an ihre Grenzen kommen kann – und wie wichtig funktionierende Katastrophenschutzpläne sind.