Seit dem frühen Morgen legt Sturmtief «Elli» weite Teile Sachsens lahm. Schneefälle und überfrierende Nässe sorgen für gefährliche Straßenverhältnisse. Allein in Dresden registrierte die Polizei bis 10 Uhr 27 Unfälle. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor «markanter Glätte» bis in die Abendstunden. Besonders betroffen: das Erzgebirge mit Schneehöhen bis zu 20 Zentimetern.
«Die Situation ist ernst, aber unter Kontrolle», erklärt Frank Bauer von der Dresdner Verkehrsleitzentrale. «Unsere Räumfahrzeuge sind seit 3 Uhr nachts im Dauereinsatz.» In Chemnitz kam der Busverkehr teilweise zum Erliegen, zahlreiche Linien wurden eingestellt. Auch die Bahn meldet Verspätungen und Zugausfälle auf mehreren Regionalstrecken.
Pendler erleben einen Albtraummorgen. Auf der A4 bei Wilsdruff standen Autofahrer bis zu zwei Stunden im Stau, nachdem mehrere LKW quer standen. «Ich brauchte für meine normale 30-Minuten-Strecke fast drei Stunden», berichtet die Krankenschwester Maria Lehmann (42) aus Freital.
Die Schulen bleiben geöffnet, aber viele Eltern entschieden sich, ihre Kinder zu Hause zu lassen. In meinen 20 Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass Wintereinbrüche so plötzlich und heftig über die Region hereinbrechen.
Rettungsdienste bitten die Bevölkerung, nicht zwingend notwendige Fahrten zu vermeiden. «Besonders ältere Menschen sollten heute lieber drinnen bleiben«, rät Dr. Klaus Winter vom DRK Sachsen. Für morgen rechnen Meteorologen mit leichter Entspannung, doch die Glätte-Gefahr bleibt.
Diese winterliche Ausnahmesituation erinnert uns daran, wie schnell die Natur unseren durchgetakteten Alltag außer Kraft setzen kann. Wird «Elli» uns zum Umdenken in Sachen Winterdienst und Infrastruktur zwingen?