Der VfB Stuttgart bewies am Samstagabend einmal mehr seine Qualität in den Schlussminuten. Gegen ein defensiv kompaktes Union Berlin sicherten sich die Schwaben durch einen späten Treffer von Joker Woo-yeong Jeong einen wichtigen 1:0-Heimsieg und festigten damit ihre Position in der Spitzengruppe der Bundesliga.
Die 60.000 Zuschauer in der ausverkauften MHP Arena sahen über weite Strecken ein zähes Ringen. Union Berlin, das in dieser Saison unter Trainer Nenad Bjelica zu alter defensiver Stärke zurückgefunden hat, machte den Stuttgartern das Leben schwer. Die Gäste aus der Hauptstadt standen tief, verteidigten leidenschaftlich und ließen kaum nennenswerte Chancen zu.
Die Stuttgarter Offensivkünstler um Deniz Undav und Enzo Millot fanden lange Zeit keine Lücken im Berliner Abwehrbollwerk. Gefährlich wurde es meist nur nach Standardsituationen, doch Union-Keeper Frederik Rønnow zeigte sich hellwach. «Wir wussten, dass wir geduldig bleiben müssen», erklärte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel. «Union verteidigt unglaublich diszipliniert, da braucht es manchmal einen glücklichen Moment.»
Dieser Moment kam in der 87. Minute. Der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte Woo-yeong Jeong stand nach einer abgefälschten Flanke von Pascal Stenzel goldrichtig und köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. Die Arena explodierte förmlich, während die Berliner fassungslos zurückblieben. Union-Coach Bjelica haderte: «Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff, ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Aber so ist Fußball manchmal grausam.»
Mit diesem Arbeitssieg klettert der VfB vorübergehend auf Tabellenplatz drei und bleibt im Rennen um die Champions-League-Plätze. Union hingegen muss sich nach der vierten Niederlage in Folge wieder nach unten orientieren. Für die Schwaben geht es nun am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen weiter, während Union am Sonntag Borussia Mönchengladbach empfängt.