In der Hansestadt Hamburg haben etwa 34.000 Tarifbeschäftigte künftig mehr Geld in der Tasche. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Gewerkschaft ver.di und der Senat gestern Abend auf eine spürbare Einkommensverbesserung. Die Beschäftigten erhalten rückwirkend zum 1. Januar eine Hamburgzulage von 100 Euro pro Monat, die schrittweise auf 270 Euro angehoben wird.
«Es war ein hartes Ringen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen», sagt Verhandlungsführerin Sieglinde Weber von ver.di. Besonders erfreulich sei, dass Auszubildende und Praktikanten ebenfalls profitieren – sie erhalten 50 Euro monatlich zusätzlich. Mit der Einigung folgt Hamburg dem Beispiel anderer Bundesländer wie Berlin, wo ähnliche Zulagen bereits existieren.
Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betont die Bedeutung für den öffentlichen Dienst: «Wir investieren jährlich rund 70 Millionen Euro, um Hamburg als Arbeitgeber attraktiver zu machen.» In Zeiten des Fachkräftemangels sei dies ein wichtiges Signal.
Bei meinen Gesprächen mit Beschäftigten der Stadtverwaltung wurde deutlich: Viele können die Zulage gut gebrauchen, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu bewältigen. Besonders für untere und mittlere Einkommensgruppen macht sich die Zulage bemerkbar.
Die Einigung gilt als wichtiger Schritt, um die Konkurrenzfähigkeit des öffentlichen Dienstes gegenüber der Privatwirtschaft zu verbessern. Offen bleibt jedoch, ob dies ausreicht, um den wachsenden Personalbedarf in kritischen Bereichen wie Kitas, Pflege und Verwaltung langfristig zu decken. Hamburg steht hier vor ähnlichen Herausforderungen wie andere deutsche Großstädte.