Die Deutsche Telekom hat heute ihr neues KI-Zentrum in München offiziell eröffnet. Mit einer Rechenleistung von 240 Petaflops zählt die «KI-Fabrik» zu den leistungsstärksten Anlagen Europas. Wissenschaftler und Unternehmen können hier künftig KI-Modelle trainieren und weiterentwickeln – ein entscheidender Schritt für Deutschlands digitale Souveränität.
Als ich gestern die Halle im Münchner Norden betrat, beeindruckte mich vor allem die Größenordnung des Projekts. «Wir brauchen eigene digitale Infrastruktur in Deutschland und Europa», erklärte Telekom-Chef Tim Höttges bei der Eröffnung. Die Anlage ermöglicht es, spezifisch europäische KI-Anwendungen zu entwickeln, die unseren Datenschutzstandards entsprechen.
Die KI-Fabrik kommt zur richtigen Zeit. In Baden-Württemberg beobachte ich seit Jahren, wie mittelständische Unternehmen nach zugänglichen KI-Lösungen suchen. Nun müssen Firmen ihre sensiblen Daten nicht mehr an amerikanische Cloud-Anbieter übergeben. Stattdessen können sie auf heimische Rechenzentren zurückgreifen.
«Mit dieser Anlage schließen wir eine kritische Lücke im europäischen KI-Ökosystem», betont Digitalminister Volker Wissing. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit 100 Millionen Euro, insgesamt investiert die Telekom rund 175 Millionen Euro.
Bemerkenswert ist auch der Energieverbrauch: Die Abwärme der Rechenzentren soll künftig Wohnungen in der Umgebung heizen. So schlägt man in München zwei Fliegen mit einer Klappe – Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengedacht.
Die entscheidende Frage bleibt: Kann Deutschland im globalen KI-Wettlauf aufholen? Die KI-Fabrik ist ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel. Für echte digitale Souveränität braucht es mehr als Rechenleistung – vor allem Fachkräfte, mutige Investoren und weniger Bürokratie.