In München eröffnete die Telekom gestern ihr neuestes Rechenzentrum – ein 300 Millionen Euro schweres Projekt im Stadtteil Berg am Laim. Auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern werden künftig Daten für Kunden aus Wirtschaft, Industrie und öffentlicher Hand verarbeitet. Die Besonderheit: Das Hightech-Zentrum nutzt Wasser aus dem Münchner Eisbach zur umweltfreundlichen Kühlung seiner Systeme.
«Die Nachfrage nach sicheren Cloud-Diensten in Deutschland wächst rasant», erklärte Telekom-Vorstand Adel Al-Saleh bei der Eröffnungsfeier. «Mit diesem Rechenzentrum bleiben sensible Unternehmensdaten garantiert in Deutschland.«
Als ich durch die langen, klimatisierten Serverreihen ging, wurde mir klar, welche Dimensionen dieses Projekt hat. Rund 30.000 Server sollen hier unterkommen, geschützt durch mehrfache Sicherheitssysteme. Die Telekom setzt auf ein innovatives Kühlkonzept: Das Eisbachwasser wird durch ein geschlossenes System gepumpt und kühlt die Rechner, ohne direkt mit ihnen in Kontakt zu kommen. So spart das Zentrum jährlich etwa 8 Millionen Kilowattstunden Strom.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter begrüßte das Projekt: «Diese Investition stärkt den Digitalstandort München erheblich und schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze.«
Für die bayerische Wirtschaft bedeutet das neue Rechenzentrum mehr als nur Datenspeicherung. Experten schätzen, dass besonders mittelständische Unternehmen von der Nähe zu ihren gespeicherten Daten profitieren werden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende des Jahres geplant. Eine Frage bleibt: Wird die Telekom mit dieser Investition den wachsenden internationalen Cloudanbietern Paroli bieten können?