Die Stadt München hebt die Tempo-30-Regelung an der vielbefahrenen Landshuter Allee wieder auf. Seit 2018 galt dort aus Gründen des Lärmschutzes eine reduzierte Geschwindigkeit, doch jetzt dürfen Autofahrer wieder mit 50 km/h unterwegs sein. Die Entscheidung betrifft einen der am stärksten belasteten Straßenabschnitte der Stadt, auf dem täglich über 100.000 Fahrzeuge unterwegs sind.
Der Stadtrat sah sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Tempo-30-Anordnung für unwirksam erklärt hatte. Die Richter bemängelten, dass die Stadt die Lärmschutzmaßnahme nicht ausreichend begründet habe. «Wir müssen dieses Urteil akzeptieren, auch wenn es uns nicht leichtfällt», erklärte Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel bei der Bekanntgabe.
Für die Anwohner bedeutet die Entscheidung eine spürbare Verschlechterung ihrer Wohnsituation. Eine Mutter aus dem angrenzenden Viertel sagte mir gestern: «Mit Tempo 30 war es endlich erträglich, jetzt fürchten wir wieder um unseren Schlaf und die Gesundheit unserer Kinder.»
Die Stadt arbeitet bereits an alternativen Lärmschutzkonzepten. Eine Option ist der Einbau von Flüsterasphalt bei der nächsten Sanierung. Auch die Modernisierung der Ampelschaltungen soll helfen, den Verkehrsfluss zu verbessern und damit Lärm zu reduzieren.
Während Umweltverbände die Aufhebung scharf kritisieren, begrüßt der ADAC die Rückkehr zu Tempo 50. Die Debatte zeigt einmal mehr das Spannungsfeld zwischen Mobilitätsbedürfnissen und Lebensqualität in unseren Städten. Müssen wir wirklich wählen zwischen freier Fahrt und ruhigem Wohnen?