Die Teuerungswelle trifft auch die Weihnachtszeit in Sachsen mit voller Wucht. Eine aktuelle Umfrage der Handelskammer Dresden zeigt: 68 Prozent der Sachsen planen dieses Jahr weniger für Weihnachtsgeschenke auszugeben als im Vorjahr. Besonders Lebensmittel für das Festmahl belasten die Haushaltskassen. «Die Menschen müssen bei gleichem Einkommen immer tiefer in die Tasche greifen», erklärt Wirtschaftsexperte Dr. Matthias Heine.
In meinen Gesprächen mit Händlern auf dem Dresdner Striezelmarkt höre ich immer wieder die gleiche Sorge: Die Kundenfrequenz stimmt, aber die Ausgaben pro Besucher sinken deutlich. Besonders betroffen sind Familien mit Kindern. «Wir verkaufen mehr kleine Geschenke unter 20 Euro und deutlich weniger hochpreisige Artikel», berichtet Kunsthandwerkerin Sabine Müller, die seit 15 Jahren auf dem Markt ihre Holzarbeiten anbietet.
Die Inflation trifft Sachsen regional unterschiedlich hart. In der Lausitz liegen die Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel mit durchschnittlich 7,2 Prozent über dem Bundesschnitt. Gleichzeitig fehlt es an Lehrkräften – ein Problem, dem das Land nun mit einem ungewöhnlichen Schritt begegnet: Lehramtsstudierende sollen verstärkt unterrichten. «Wir brauchen pragmatische Lösungen», betont Kultusminister Christian Piwarz.
Bedenklich bleibt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen. Sächsinnen verdienen im Schnitt 11,3 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – trotz oft besserer Qualifikation. Ein Umstand, der auch an Weihnachten spürbar wird.
Die Kombination aus steigenden Preisen und ungleicher Bezahlung stellt viele Familien vor echte Herausforderungen. Wie die Sachsen damit umgehen? Mit Kreativität und Solidarität. In Dresden entstehen immer mehr Tauschbörsen für Weihnachtsgeschenke. Was bleibt, ist die Frage: Wie lange können wir uns die wachsende Ungleichheit noch leisten?