Die Schneefront hat Deutschland fest im Griff. Seit den frühen Morgenstunden sorgt Tief «Gunda» vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands für chaotische Verhältnisse. In Bayern und Baden-Württemberg blieben heute Hunderte Schulen geschlossen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor «extremer Glätte» durch gefrierenden Regen und Schneefall mit bis zu 40 Zentimetern Neuschnee in manchen Regionen.
An den Flughäfen Frankfurt und München herrscht Ausnahmezustand. In Frankfurt wurden mehr als 500 Flüge gestrichen, in München steht der Flugbetrieb seit dem Morgen komplett still. «Wir arbeiten unter Hochdruck daran, die Situation zu bewältigen, aber die Sicherheit unserer Passagiere geht vor», erklärt Fraport-Sprecher Klaus Hoffmann. Die Räumfahrzeuge kommen kaum gegen die Schneemassen an.
Auch die Bahn kämpft mit erheblichen Einschränkungen. Zahlreiche Fernverkehrsverbindungen fallen aus oder verspäten sich um mehrere Stunden. Auf den Autobahnen A8 und A9 stehen Autofahrer in kilometerlangen Staus, vielerorts ereigneten sich Unfälle.
Als ich heute Morgen durch München fuhr, sah ich Pendler, die zu Fuß durch die verschneiten Straßen stapften – viele mit einer Mischung aus Frust und der typisch bayerischen Gelassenheit. «So schlimm war’s seit dem Winter 2010 nicht mehr», meinte ein Taxifahrer am Hauptbahnhof zu mir.
Die Wetterlage bleibt nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes bis mindestens morgen Abend kritisch. Experten raten dringend, unnötige Fahrten zu vermeiden. Besonders in Baden-Württemberg, wo ich jahrelang berichtet habe, sind viele kleinere Gemeinden im Schwarzwald von der Außenwelt abgeschnitten. Der Winter zeigt uns wieder einmal, dass die Natur sich nicht an unsere durchgetakteten Zeitpläne hält.