Die Dortmunder Nordstadt ist erneut von einem tragischen Gewaltakt erschüttert worden. In der Nacht zu Sonntag starb ein 33-jähriger Mann im Kugelhagel vor einem Vereinslokal. Die Schüsse fielen gegen 3:15 Uhr an der Mallinckrodtstraße – eine Gegend, die ich während meiner Recherchen zur Kriminalitätsentwicklung in NRW immer wieder besucht habe.
Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden mehrere Schüsse auf das Opfer abgefeuert. Trotz sofortiger Reanimationsversuche durch Ersthelfer und den schnell eintreffenden Notarzt verstarb der Mann noch am Tatort. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat eine Obduktion angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären.
«Wir gehen von einem gezielten Angriff aus», erklärte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert gegenüber lokalen Medien. Eine Mordkommission wurde eingerichtet und fahndet mit Hochdruck nach dem Täter. Besonders auffällig: Die Ermittler sprechen von einer konkreten Spur, halten sich aber mit Details zurück.
Die Nordstadt kämpft seit Jahren mit ihrem Ruf als Problemviertel. Zwischen Altbauten und kultureller Vielfalt haben sich auch Strukturen der Drogenkriminalität etabliert. Bei meinem letzten Besuch vor zwei Monaten erzählten mir Anwohner von ihren Bemühungen, das Image des Viertels zu verbessern. «Wir leben gerne hier, aber solche Vorfälle werfen uns immer wieder zurück», sagte mir damals eine Ladenbesitzerin am Borsigplatz.
Für die Ermittler bleibt die Frage nach dem Motiv zentral. War es ein Konflikt im Drogenmilieu? Eine persönliche Fehde? Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise. Dieser Fall zeigt wieder einmal: Trotz aller Bemühungen um mehr Sicherheit bleibt die Gewaltproblematik in manchen Stadtteilen eine bedrückende Realität.