Die Nachricht vom Sterben eines 38-jährigen Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz macht mich tief betroffen. Der Mann erlag am Montag seinen schweren Verletzungen, nachdem er am Freitagabend in einem Regionalzug zwischen Koblenz und Andernach von einem Fahrgast brutal niedergeschlagen worden war. Nach Angaben der Polizei hatte er lediglich einen Mann ohne gültigen Fahrschein kontrolliert.
Die Fahrgäste im Regionalexpress 4292 wurden Zeugen eines unfassbaren Gewaltausbruchs. Der tatverdächtige 40-jährige Mann schlug dem Bahnmitarbeiter unvermittelt mit der Faust ins Gesicht, nachdem dieser ihn aufgefordert hatte, einen Fahrschein zu lösen oder den Zug zu verlassen. Der Zugbegleiter stürzte, schlug mit dem Kopf auf und verlor das Bewusstsein.
«Es war ein ganz normaler Freitagabend, wie ihn tausende Bahnmitarbeiter jede Woche erleben», sagt ein Kollege des Opfers, der anonym bleiben möchte. «Und dann passiert sowas. Unfassbar.»
Gewalt gegen Bahnmitarbeiter nimmt zu. Die Deutsche Bahn registrierte 2023 über 3.000 Angriffe auf Mitarbeiter – eine Zahl, die mich als langjährige Berichterstatterin über den öffentlichen Nahverkehr alarmiert. Besonders in Regionalzügen fühlen sich viele Zugbegleiter zunehmend unsicher.
Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er war nach der Tat zunächst geflüchtet, konnte aber noch am selben Abend festgenommen werden.
Die Betroffenheit in der Region ist groß. Am Koblenzer Hauptbahnhof haben Menschen Blumen und Kerzen niedergelegt. Der tragische Vorfall wirft die Frage auf, wie wir als Gesellschaft mit dieser zunehmenden Verrohung umgehen. Denn eines ist klar: Wer morgens zur Arbeit geht – ob im Zug, im Supermarkt oder anderswo – der sollte auch gesund nach Hause kommen.