Seit gestern Abend stehen die Züge der U-Bahn-Linie U2 in Hamburg still. Nach einer Entgleisung gegen 20:30 Uhr zwischen den Stationen Berliner Tor und Burgstraße mussten etwa 300 Fahrgäste aus dem Zug evakuiert werden. Die Hamburger Hochbahn bestätigte, dass dabei glücklicherweise niemand verletzt wurde.
«Es war ein unheimliches Ruckeln, dann stand der Zug plötzlich still und die Lichter gingen aus», berichtet Simone Meier, eine Passagierin, die in dem betroffenen Zug saß. Die Feuerwehr Hamburg rückte mit einem Großaufgebot an und führte die Fahrgäste durch den dunklen Tunnel zurück zur Station Berliner Tor.
Die Ursache für die Entgleisung bleibt vorerst unklar. Ein Sprecher der Hochbahn erklärte: «Unsere Techniker untersuchen intensiv die Gleisanlage und den Zug. Wir haben erste Hinweise auf einen technischen Defekt, aber die genaue Ursachenklärung läuft noch.» Die Strecke zwischen Hauptbahnhof Nord und Hammer Kirche bleibt bis mindestens Donnerstagnachmittag gesperrt.
Die Hochbahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Dennoch müssen Pendler mit erheblichen Verzögerungen rechnen. In den sozialen Netzwerken berichten Betroffene von überfüllten Bussen und chaotischen Zuständen während der Hauptverkehrszeit am Morgen.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich in Hamburg immer wieder ähnliche Vorfälle erlebt. Was mich beeindruckt: Die Ruhe, mit der die meisten Hamburger solche Störungen hinnehmen. «Typisch hanseatisch», würde man hier sagen.
Ab Donnerstagnachmittag soll der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Die Hochbahn plant, die betroffene Strecke zunächst mit verminderter Geschwindigkeit zu befahren, bevor der Normalbetrieb wieder einsetzt. Der Vorfall wirft allerdings Fragen zur Instandhaltung der älteren U-Bahn-Strecken auf, die uns noch länger beschäftigen werden.