Die «Reserverad-Masche» bringt drei Männer hinter Gitter. Ein Essener Geschäftsmann wurde vor seiner Haustür überfallen, nachdem die Täter das Reserverad seines Autos manipuliert hatten. Der Mann transportierte 39.000 Euro Bargeld in seinem Wagen – Einnahmen aus seinem Kiosk und Restaurant, die er zur Bank bringen wollte.
«Das hatten sie genau geplant», sagte die Richterin am Essener Landgericht gestern bei der Urteilsverkündung. Die Männer im Alter von 24 bis 34 Jahren wurden zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren verurteilt.
Der Überfall ereignete sich bereits im Juni 2023. Die Täter hatten zunächst das Reserverad des Geschäftsmanns beschädigt, während sein Auto vor dem Restaurant stand. Als er später auf dem Heimweg eine Reifenpanne bemerkte und anhielt, folgte der eigentliche Überfall. «Sie wussten genau, dass er regelmäßig größere Geldbeträge transportiert», erklärte ein Kriminalbeamter während des Prozesses.
Während der Geschädigte versuchte, den Reifen zu wechseln, wurde er von hinten niedergeschlagen und die Geldtasche entrissen. Wie sich später herausstellte, hatten die Täter das Opfer zuvor monatelang beobachtet und dessen Gewohnheiten ausgespäht.
Was die Ermittler auf die Spur der Täter brachte, waren Handydaten und Videoaufnahmen aus der Umgebung. «Solche Überfälle werden immer professioneller», bemerkte ein Polizeisprecher am Rande des Verfahrens. «Aber die digitalen Spuren werden auch immer mehr.»
In meinen fast 20 Jahren als Reporterin habe ich mehrfach über ähnliche Fälle berichtet. Was bei diesem besonders auffiel: Die Täter kannten ihr Opfer nicht persönlich, sondern hatten es gezielt als «lohnendes Ziel» ausgewählt.
Die Verteidigung kündigte bereits Revision an. Doch die Richterin betonte die «besondere kriminelle Energie» der Tat. Für Geschäftsleute, die regelmäßig Bargeld transportieren müssen, bleibt ein ungutes Gefühl. Und eine Erinnerung: Bei plötzlichen Autopannen besonders vorsichtig zu sein.