Die dramatische Verfolgungsjagd, die gestern Abend von Osnabrück bis nach Bad Essen führte, hat ein 28-Jähriger ausgelöst. Der Mann missachtete eine Polizeikontrolle und raste mit bis zu 180 km/h durch mehrere Ortschaften. Nach 45 Minuten endete die wilde Fahrt an einer Hauswand in Bad Essen, wo der Fahrer zu Fuß flüchtete.
Besonders besorgniserregend: Im Fahrzeug befand sich ein dreijähriges Kind ohne Sicherung. «Der Verdächtige hat durch seine rücksichtslose Fahrweise nicht nur sich selbst, sondern vor allem das Kind und unbeteiligte Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr gebracht», erklärt Polizeisprecherin Sarah Müller.
Die Beamten hatten den Wagen ursprünglich wegen eines defekten Rücklichts anhalten wollen. Statt anzuhalten, gab der Fahrer Gas und versuchte, den Streifenwagen abzuschütteln. Während seiner Flucht ignorierte er mehrere rote Ampeln und überholte gefährlich in Kurven.
Bei solchen Einsätzen erlebe ich immer wieder, wie schnell alltägliche Situationen eskalieren können. Die Polizei muss in Sekundenbruchteilen zwischen Verfolgung und Abbruch entscheiden – besonders wenn Unbeteiligte gefährdet sind.
Nach seiner Festnahme stellte sich heraus: Der Mann besitzt keinen Führerschein und stand unter Drogeneinfluss. Das Kind wurde unverletzt der Mutter übergeben. Gegen den 28-Jährigen wird nun wegen mehrerer Delikte ermittelt, darunter Gefährdung des Straßenverkehrs und Kindeswohlgefährdung.
Der Vorfall zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Routinekontrolle und lebensgefährlicher Situation sein kann. Wie viele solcher Verfolgungsjagden könnten verhindert werden, wenn Menschen die Konsequenzen ihres Handelns bedächten?