Die Stuttgarter Erfolgswelle rollt weiter. Mit einem beeindruckenden 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach hat der VfB seine Bundesliga-Serie auf sechs ungeschlagene Spiele ausgebaut. Was vor wenigen Monaten noch wie ein kurzzeitiges Formhoch wirkte, manifestiert sich zunehmend als konstante Klassenleistung – und das trotz einiger Verletzungssorgen.
Deniz Undav erwies sich einmal mehr als Schlüsselspieler. Der Stürmer, der sich zuletzt im DFB-Dress bewähren durfte, traf bereits in der 21. Minute zur Führung. Sein Spielverständnis und seine Abschlussstärke machen ihn zum perfekten Puzzlestück in Sebastian Hoeneß› System. Die Daten sprechen für sich: Mit acht Saisontreffern ist Undav der gefährlichste Angreifer der Schwaben.
Was beim VfB besonders beeindruckt, ist die taktische Flexibilität. Als El Bilal Touré und Woo-yeong Jeong in der zweiten Hälfte für die weiteren Treffer sorgten, zeigte sich die Tiefe des Kaders. «Wir haben heute verschiedene Lösungen gefunden und unsere Chancen konsequent genutzt», erklärte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem Spiel. Diese Anpassungsfähigkeit war in der vergangenen Saison noch Stuttgarts Achillesferse.
Die Gladbacher dagegen wirkten über weite Strecken ideenlos. Trainer Gerardo Seoane muss sich fragen, wie er die offensive Durchschlagskraft seiner Mannschaft steigern kann. Besonders die Abwehrreihe der Fohlen offenbarte erschreckende Lücken, die Stuttgart eiskalt ausnutzte.
Interessant wird nun, ob der VfB diesen Lauf auch gegen internationale Konkurrenz fortsetzen kann. Bereits am Mittwoch steht das Champions-League-Duell gegen Atalanta Bergamo an – ein echter Prüfstein. Aber die Schwaben haben eines bewiesen: Sie sind nicht mehr der Überraschungsgast am Tisch der Großen, sondern nehmen selbstbewusst Platz. Die Bayern und Leverkusen sollten gewarnt sein.