In Dresden ist gestern der erste Vogelgrippe-Fall dieses Winters bestätigt worden. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt der Stadt entdeckte das Virus bei einem toten Schwan am Carolasee im Großen Garten. Etwa 23.000 Vögel mussten in Sachsen in der letzten Saison wegen des hochansteckenden Erregers getötet werden.
Die Behörden haben sofort Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung zu verhindern. «Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger dringend, keine toten Vögel anzufassen und Funde umgehend zu melden», erklärt Amtstierärztin Dr. Susanne Weber. Bei dem aktuellen Fall handelt es sich um den Virustyp H5N1, der besonders aggressiv ist und schnell von Vogel zu Vogel übertragen wird.
Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt vor einer möglichen Ausbreitung. «Dresden liegt an wichtigen Vogelzugrouten, was die Stadt besonders gefährdet macht», so Virologe Prof. Michael Hartmann. Die Krankheit äußert sich bei Wildvögeln durch plötzliche Todesfälle, Bewegungsstörungen und Atemprobleme.
Für mich als Berichterstatterin ist besorgniserregend, wie regelmäßig die Seuche mittlerweile auftritt. Noch vor zehn Jahren waren solche Fälle eine Ausnahme – heute gehören sie fast zum winterlichen Alltag in deutschen Städten.
Private Geflügelhalter müssen jetzt besonders wachsam sein. Zwar gibt es noch keine allgemeine Stallpflicht, aber die Stadt empfiehlt, Hühner und anderes Geflügel vorsorglich im Stall zu halten. Für Menschen besteht bei normalem Kontakt kaum Gefahr – die Übertragung auf den Menschen ist selten.
Die Frage bleibt: Werden wir uns an regelmäßige Vogelgrippe-Ausbrüche gewöhnen müssen? Experten befürchten genau das – und mahnen zu dauerhaft erhöhter Wachsamkeit im Umgang mit unseren gefiederten Mitbewohnern.