Die Mitarbeitenden der DRK-Kliniken in Berlin haben heute ihre Arbeit niedergelegt. Seit 6 Uhr morgens befinden sich etwa 400 Beschäftigte im Warnstreik, um für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne zu kämpfen. In den betroffenen Standorten in Köpenick, Wedding und Westend müssen planbare Operationen verschoben werden, während die Notfallversorgung weiterhin gesichert bleibt.
«Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert«, erklärt Maria Schmidt, Intensivpflegerin und Streikteilnehmerin. «Wir brauchen dringend eine Aufwertung unserer Arbeit – nicht nur durch Applaus, sondern durch faire Bezahlung.»
Die Gewerkschaft ver.di fordert 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 500 Euro mehr pro Monat. Die Arbeitgeberseite hat bislang 6,5 Prozent in zwei Stufen angeboten. Eine Einigung ist nicht in Sicht.
Als ich heute Morgen mit Streikenden vor der Klinik in Wedding sprach, war die Entschlossenheit spürbar. Viele Pflegekräfte berichteten von zunehmender Überlastung durch Personalmangel. «Wenn wir jetzt nicht kämpfen, wird sich nichts ändern», hörte ich immer wieder.
Die DRK-Klinikleitung hat Notdienstvereinbarungen mit der Gewerkschaft getroffen, um die Versorgung von Notfällen sicherzustellen. Dennoch mussten allein in Köpenick rund 25 geplante Eingriffe verschoben werden.
Die Tarifverhandlungen sollen am 12. März fortgesetzt werden. Bis dahin bleibt die Frage offen: Werden die Berliner Krankenhäuser den Spagat zwischen wirtschaftlichen Zwängen und dem berechtigten Wunsch ihrer Mitarbeitenden nach angemessener Bezahlung meistern können?