In bayerischen Städten bleiben am Montag viele Busse und Bahnen in den Depots. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Landshut und Schweinfurt sind betroffen. Rund 90 Prozent der Verbindungen werden voraussichtlich ausfallen, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft mitteilt.
Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen für die rund 7.000 Beschäftigten im kommunalen ÖPNV. Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne um 550 Euro monatlich sowie einen Inflationsausgleich. «Die Arbeitgeber haben bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt», erklärt Silvia Gatzke, Verdi-Verhandlungsführerin in Bayern.
In Hamburg habe ich ähnliche Streiks erlebt – die Auswirkungen treffen vor allem Pendler und Schüler. An den Bahnhöfen bilden sich lange Schlangen vor den Taxiständen. Die Menschen reagieren unterschiedlich: Manche zeigen Verständnis, andere sind frustriert.
Besonders hart trifft es Menschen ohne Auto. Eine Rentnerin am Münchner Marienplatz erzählt mir: «Ich komme jetzt nicht zu meinem Arzttermin. Das ist bitter, aber die Busfahrer haben auch ihre Gründe.»
Die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn fahren normal, ebenso private Buslinien. Für Pendler bleibt die Hoffnung auf Fahrgemeinschaften oder Home-Office. Der nächste Verhandlungstermin ist für kommende Woche angesetzt. Ob es zu einer Einigung kommt? Die Zeichen stehen auf Sturm.