In Essen-Bredeney kämpfen Feuerwehr und Technisches Hilfswerk seit gestern Abend mit den Folgen eines massiven Wasserrohrbruchs. Eine Tiefgarage in einem Wohngebiet wurde mit rund 1,2 Millionen Litern Wasser überflutet, nachdem eine Hauptwasserleitung gegen 20 Uhr geborsten war. «Die Wassermassen stiegen stellenweise bis zu 1,80 Meter hoch», berichtet Feuerwehrsprecher Christoph Riße.
Das Wasser drang mit solcher Wucht ein, dass mehrere Fahrzeuge in der Garage aufschwammen und gegeneinander prallten. Anwohner beschreiben das Geräusch als «ohrenbetäubendes Rauschen». Die Stadtwerke konnten die Wasserzufuhr nach einer Stunde stoppen, doch da war der Schaden bereits angerichtet.
Die Rettungskräfte pumpen seit Stunden Wasser ab. «Es ist wie bei einer Badewanne mit verstopftem Abfluss«, erklärt ein THW-Helfer. Erst müssen die Schlammmassen beseitigt werden, damit die Pumpen effektiv arbeiten können.
Für mich als Journalistin, die schon viele Unwetterereignisse begleitet hat, ist bemerkenswert, wie ruhig die betroffenen Anwohner bleiben. Familie Schneider, deren Auto in der Tiefgarage steht, nimmt es gelassen: «Hauptsache, niemand wurde verletzt. Ein Auto kann man ersetzen.»
Die Statiker prüfen derzeit, ob das Gebäude beschädigt wurde. Die Stadtwerke Essen vermuten Materialermüdung als Ursache. Das Alter der Wasserleitung – über 50 Jahre – macht deutlich, wie dringend die Erneuerung unserer Infrastruktur ist. Eine Frage, die uns in deutschen Städten noch länger beschäftigen wird.