Die Dunkelheit hatte sich bereits über Düsseldorf gelegt, als der Kampfmittelbeseitigungsdienst am gestrigen Abend aufatmen konnte. Zwei amerikanische Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg wurden erfolgreich entschärft. Die 250-Kilo-Bomben waren bei Bauarbeiten in der Nähe des Flughafens entdeckt worden. Rund 1.400 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, während die Experten die gefährlichen Überbleibsel entschärften.
«Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie routiniert die Evakuierung abläuft», bemerkt Einsatzleiter Frank Weber. «Die Düsseldorfer haben leider Erfahrung damit.» In keiner anderen deutschen Stadt werden so viele Blindgänger gefunden wie in Nordrhein-Westfalen. Allein im vergangenen Jahr mussten Sprengmeister landesweit mehr als 2.800 Bomben unschädlich machen.
Die Entschärfung begann gegen 19 Uhr und war nach gut zwei Stunden beendet. In der nahegelegenen Turnhalle hatten sich derweil viele Anwohner versammelt. «Es ist das dritte Mal in fünf Jahren, dass ich evakuiert werde», erzählt mir die 83-jährige Helga Schmitz. «Man gewöhnt sich nie daran.»
Besonders herausfordernd war die Situation für das nahegelegene Seniorenheim «Rheinblick». 76 teils pflegebedürftige Bewohner mussten vorübergehend umziehen. «Die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten klappte hervorragend», lobt Heimleiterin Sabine Neumann.
Als ich vor Jahren in München über Bombenentschärfungen berichtete, war ich immer wieder erstaunt, wie der Krieg auch 79 Jahre nach seinem Ende noch in unseren Alltag eingreift. Bis heute schlummern schätzungsweise 100.000 Blindgänger im deutschen Boden – stille Zeugen einer dunklen Vergangenheit, die uns mahnen, Frieden zu wahren.