Die Wetteraufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeichnen ein klares Bild des zurückliegenden Jahres: 2025 war in Deutschland deutlich zu warm und viel zu trocken. Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,2 Grad Celsius lag das Jahr 2,5 Grad über dem Referenzwert der internationalen Vergleichsperiode 1961-1990. Es war damit das zweittrockenste Jahr seit Beginn der systematischen Messungen 1881.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich den Klimawandel von einem abstrakten Zukunftsszenario zu einer alltäglichen Realität werden sehen. Besonders betroffen waren 2025 die landwirtschaftlichen Regionen in Ostdeutschland und Baden-Württemberg, wo Bauern teilweise Ernteeinbußen von bis zu 40 Prozent verkraften mussten.
«Der Trend ist eindeutig und besorgniserregend», erklärt Prof. Karsten Schmidt vom DWD. «Wir sehen eine deutliche Zunahme von Extremwetterereignissen, die direkt mit dem Klimawandel zusammenhängen.» Deutschlandweit fielen nur rund 520 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – etwa 30 Prozent weniger als im langjährigen Mittel.
Die Folgen waren besonders in Hamburg spürbar, wo der niedrige Wasserstand der Elbe den Hafen vor logistische Herausforderungen stellte. Gleichzeitig herrschte im Schwarzwald erhöhte Waldbrandgefahr, wie man sie sonst eher aus Mittelmeerregionen kennt.
Die Wissenschaft ist sich einig: Diese Entwicklung ist Teil eines langfristigen Klimatrends. Die Frage ist nicht mehr, ob wir uns anpassen müssen, sondern wie schnell und umfassend. Während Politiker über konkrete Maßnahmen streiten, spüren immer mehr Menschen die Auswirkungen am eigenen Leib – sei es durch Ernteausfälle, Waldschäden oder die zunehmende Sommerhitze in den Städten. Da hilft auch kein Kopf in den Sand stecken mehr.