Nahe der A44 bei Jackerath droht ein 55 Meter langer Rotorflügel einer Windkraftanlage abzustürzen. Die Polizei sperrte am Freitagabend die vielbefahrene Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Jackerath und der Anschlussstelle Titz in beide Fahrtrichtungen. Experten des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr sind vor Ort, um die Gefahrenlage zu bewerten. Über 8.000 Fahrzeuge sind von der Sperrung betroffen.
Die Situation bleibt angespannt. «Wir haben es mit einer komplexen technischen Herausforderung zu tun», erklärt Einsatzleiter Martin Schneider. «Der Rotorflügel hängt in einer Höhe von über 100 Metern und könnte bei ungünstigen Windverhältnissen jederzeit abstürzen.» Zwei Spezialkräne wurden angefordert, um den beschädigten Flügel kontrolliert zu demontieren.
An der Windkraftanlage war es bereits am Donnerstag zu Störungen gekommen. Anwohner hatten ungewöhnliche Geräusche gemeldet. Ein Techniker entdeckte dann Risse in der Befestigung des Rotorblatts und alarmierte sofort die Behörden.
Für Autofahrer bedeutet die Sperrung erhebliche Umwege. «Manche nehmen es gelassen, andere sind verständlicherweise frustriert», beobachte ich an einer Umleitungsstrecke. In den umliegenden Dörfern staut sich der Verkehr. Die Anwohner in Jackerath sind besorgt. «So etwas haben wir hier noch nicht erlebt», sagt Anwohnerin Helga Meier.
Die Behörden rechnen damit, dass die Sperrung mindestens bis Sonntag andauern wird. Eine Prognose, wann die Gefahr endgültig gebannt sein wird, wagt derzeit niemand. Die Situation zeigt: Die Wartung und Sicherheit von Windkraftanlagen wird mit dem Ausbau erneuerbarer Energien zu einer immer wichtigeren Aufgabe für Betreiber und Sicherheitsbehörden.