In Berlin kämpfen Pendler und Reisende heute mit massiven Verkehrseinschränkungen. Der Wintereinbruch hat die Hauptstadt fest im Griff. Die Deutsche Bahn musste den Fernverkehr zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Hannover komplett einstellen. Auch auf der Strecke nach Dresden und Leipzig gibt es erhebliche Verzögerungen. Laut Bahn sind seit den frühen Morgenstunden Mitarbeiter im Einsatz, um vereiste Oberleitungen freizulegen.
Der plötzliche Kälteeinbruch hat viele überrascht. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Betrieb wieder aufzunehmen, aber die Sicherheit unserer Fahrgäste geht vor», erklärt Bahnsprecherin Anja Weber. Nicht nur die Schienen sind betroffen – auch auf den Straßen herrscht Chaos. Die Berliner Stadtreinigung ist seit Mitternacht unterwegs, kommt aber kaum hinterher.
Als ich heute Morgen am Hauptbahnhof war, sah ich Hunderte gestrandete Reisende. Viele standen ratlos vor den Anzeigetafeln, auf denen ein Zug nach dem anderen rot aufleuchtete. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern saß seit drei Stunden fest. «Wir wollten eigentlich nach Hamburg zu meinen Eltern», sagte mir die Mutter. «Jetzt überlegen wir, ob wir wieder nach Hause fahren.»
Besonders ärgerlich für viele: Die Bahn hatte trotz Wettervorhersage keine Vorbereitungen getroffen. Der ÖPNV in Berlin läuft zwar, aber mit erheblichen Verspätungen. Die BVG meldet, dass einige Buslinien komplett eingestellt werden mussten.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll die Situation noch bis morgen anhalten. Für Reisende bleibt nur: Geduld haben oder Alternativen suchen. Die Frage ist berechtigt: Warum trifft der Winter die Hauptstadt jedes Jahr aufs Neue so unvorbereitet?