Der Wintereinbruch hat Hamburg fest im Griff. Die Feuerwehr rückte seit Freitagabend zu mehr als 300 Einsätzen aus – meist wegen Schnee und Eis, die Bäume und Äste unter ihrer Last brechen ließen. Die Räumfahrzeuge der Stadtreinigung sind im Dauereinsatz, während an den Gleisen der Bahn mit Hochdruck gearbeitet wird.
Besonders in den östlichen Stadtteilen türmt sich der Schnee teilweise 15 Zentimeter hoch. «Bei diesen Temperaturen wirkt das Streusalz kaum noch», erklärt Einsatzleiter Martin Weber. Die Stadtreinigung Hamburg hat seit Freitag über 1.000 Tonnen Salz auf Straßen und Gehwegen verteilt – eine Menge, die normalerweise für mehrere Winterwochen reicht.
Für viele Hamburger ist dieser Winter ein ungewohnter Anblick. «In den vergangenen Jahren hatten wir selten so anhaltende Kälteperioden», erinnert sich Meteorologin Claudia Schmidt vom Deutschen Wetterdienst. Die Temperaturen bleiben voraussichtlich bis Mitte der Woche unter null.
Während die einen über Verkehrschaos klagen, genießen andere die winterliche Atmosphäre. Im Stadtpark sind Hunderte mit Schlitten unterwegs, auf der Alster bildet sich eine erste dünne Eisschicht. Ich beobachte, wie eine junge Familie den Schneemann im Vorgarten mit einem HSV-Schal schmückt – typisch Hamburg eben.
Die Obdachlosenhilfe arbeitet derweil auf Hochtouren. «Unsere Winternotprogramme sind zu 95 Prozent ausgelastet», sagt Sozialsprecher Thomas Klein. Die Feuerwehr bittet die Bevölkerung, bei Spaziergängen durch Parks vorsichtig zu sein – Äste könnten noch nachträglich brechen.
Für die kommenden Tage erwarten Experten eine langsame Entspannung. Bis dahin bleibt Hamburg im Wintermodus – zwischen Schneeschippen, Winterstiefelsuche und der Hoffnung auf einen heißen Kakao in der gemütlichen Küche.