Der Winter hat Hessen fest im Griff. Seit den frühen Morgenstunden sorgen Schnee und Glatteis für erhebliche Behinderungen im Straßenverkehr. Allein im Rhein-Main-Gebiet zählte die Polizei bis zum Mittag über 60 Unfälle. Bei den meisten blieb es bei Blechschäden. Vier Menschen wurden jedoch leicht verletzt, als ein Autofahrer auf der A5 bei Bad Homburg ins Schleudern geriet.
«Die Situation ist angespannt, aber unter Kontrolle», erklärt Polizeisprecher Thomas Weber aus Frankfurt. Die Räum- und Streufahrzeuge sind seit 3 Uhr morgens im Dauereinsatz. Besonders betroffen sind die Höhenlagen im Taunus und im Vogelsberg, wo stellenweise bis zu 15 Zentimeter Neuschnee fielen.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass ein Wintereinbruch den Verkehr so flächendeckend lahmlegt. Die Menschen scheinen überrascht von der Intensität – obwohl der Deutsche Wetterdienst bereits seit Tagen vor dem Wintereinbruch gewarnt hatte.
Im öffentlichen Nahverkehr kommt es ebenfalls zu massiven Verspätungen und Ausfällen. Die Regionalbahnen zwischen Frankfurt und Kassel fahren nur im Stundentakt, mehrere Buslinien im Hochtaunuskreis wurden komplett eingestellt. «Wir tun unser Bestes, aber die Sicherheit geht vor», sagt Jürgen Harth von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt.
In den Krankenhäusern der Region wurden ungewöhnlich viele Knochenbrüche behandelt – hauptsächlich von Fußgängern, die auf glatten Gehwegen gestürzt sind. «Nehmen Sie sich Zeit und tragen Sie geeignetes Schuhwerk», rät die Unfallchirurgin Dr. Sabine Müller vom Klinikum Darmstadt.
Die Meteorologen prognostizieren für die nächsten Tage weiterhin winterliche Verhältnisse. Wird der frühe Wintereinbruch zum Dauerzustand? Wir Hessen sollten uns jedenfalls darauf einstellen, dass die weiße Pracht uns noch eine Weile begleitet – samt aller Herausforderungen für den Alltag.