Im Kölner Stadtteil Ehrenfeld brach heute in den frühen Morgenstunden ein verheerender Brand in einem Mehrfamilienhaus aus. Zwei Bewohner erlitten lebensgefährliche Verletzungen und wurden in Spezialkliniken eingeliefert. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr entstand das Feuer gegen 4:30 Uhr in einer Wohnung im zweiten Stock. Die Flammen griffen schnell auf angrenzende Räume über. Eine 93-jährige Statistik macht betroffen: Fast 40 Prozent aller tödlichen Wohnungsbrände ereignen sich nachts.
„Das Treppenhaus war komplett verraucht, wir mussten mehrere Personen über Drehleitern retten», berichtet Einsatzleiter Michael Berger. Insgesamt wurden 17 Menschen aus dem brennenden Gebäude geholt. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Vormittag. Als ich am Unglücksort eintraf, standen noch immer besorgte Nachbarn in Decken gehüllt auf der Straße. Mir fiel auf, wie schnell so ein Feuer eine Gemeinschaft zusammenbringen kann.
Der Sachschaden wird auf mindestens 250.000 Euro geschätzt. „Die betroffene Wohnung ist vollständig ausgebrannt, zwei weitere sind aktuell unbewohnbar», erklärt eine Sprecherin der Kölner Wohnungsbaugesellschaft. Die Stadt hat Notunterkünfte für die Betroffenen bereitgestellt. Nach ähnlichen Vorfällen in Hamburg letztes Jahr wurden die Brandschutzvorschriften verschärft, doch die Umsetzung hinkt vielerorts hinterher.
Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache. Möglich ist ein technischer Defekt. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig funktionierende Rauchmelder sind. Die beiden Schwerverletzten befanden sich in genau jener Wohnung, in der laut Zeugenaussagen kein Alarm zu hören war. In Köln und ganz Deutschland gilt: Was uns nachts beschützt, kann unser Leben retten.