Der rote Woolworth-Schriftzug an der Leipziger Straße wird bald verschwinden. Nach 36 Jahren schließt die Filiale des Discounters in Frankfurt-Bockenheim zum 30. Juni ihre Türen. Für viele Anwohner bedeutet dies das Ende einer Ära. Laut einer Umfrage der Stadtteilinitiative nutzen über 70 Prozent der Befragten den Laden regelmäßig für Alltagseinkäufe.
«Wir bedauern die Schließung sehr, aber der Mietvertrag wurde nicht verlängert», erklärt Diana Schreiber, Sprecherin von Woolworth Deutschland. Der Vermieter plane eine umfassende Modernisierung des Gebäudes. Was danach mit der Fläche geschieht, ist noch unklar.
Für die Mitarbeitenden gibt es immerhin eine gute Nachricht: Allen wurde ein Arbeitsplatz in anderen Filialen angeboten. Die nächstgelegene Woolworth-Filiale befindet sich am Höchster Markt, weitere in der Konstablerwache und im Nordwestzentrum.
Während meiner Recherche vor Ort treffe ich Stammkundin Helga Meyer (78): «Ich komme seit 30 Jahren hierher. Wo soll ich jetzt meine Haushaltsartikel kaufen? Bis zum Nordwestzentrum ist es für mich zu weit.»
Der Einzelhandel im Stadtteil steht unter Druck. Steigende Mieten und verändertes Einkaufsverhalten fordern ihren Tribut. Die Stadtteilinitiative Bockenheim plant nun Gespräche mit der Wirtschaftsförderung, um attraktive Nachnutzungskonzepte zu entwickeln.
Was bleibt, sind Erinnerungen. «Der Woolworth war für uns Bockenheimer mehr als nur ein Geschäft – er war ein Stück Stadtteilgeschichte», sagt Ortsvorsteher Harald Schmidt. Und damit hat er wohl recht.