Der Bahnverkehr zwischen Dortmund und Kamen stand heute Vormittag für mehr als eine Stunde still. Grund war ein größerer Einsatz von Polizei und Feuerwehr an der Südkamener Straße in Kamen. Zwischen 8:30 Uhr und 9:45 Uhr mussten mehrere Regionalzüge und S-Bahnen ausfallen. Betroffen waren unter anderem die Linien RE1 und RE11.
Der Einsatz konzentrierte sich auf die Bahnüberführung an der Südkamener Straße, wo Einsatzkräfte eine Person in einem «psychischen Ausnahmezustand» antrafen, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Die Person konnte nach intensiven Gesprächen in Sicherheit gebracht werden. «In solchen Situationen geht die Sicherheit aller Beteiligten vor», erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr Kamen vor Ort.
Während des Einsatzes musste der Bahnverkehr komplett eingestellt werden. Für Pendler bedeutete dies erhebliche Verzögerungen am Morgen. «Ich komme jetzt definitiv zu spät zur Arbeit», sagte Anwohnerin Petra Müller, die regelmäßig mit der Bahn nach Dortmund pendelt. «Aber wenn es um Menschenleben geht, ist das natürlich zweitrangig.»
Die Deutsche Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein, der jedoch aufgrund des morgendlichen Berufsverkehrs nur schleppend anlief. Gegen 10 Uhr normalisierte sich die Situation wieder. «Es kann noch zu vereinzelten Verspätungen kommen», teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit.
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in diesem Jahr. Seit meiner Berichterstattung über die Verkehrssituation in der Region beobachte ich eine Zunahme solcher Einsätze, die den Bahnverkehr beeinträchtigen. Die Polizei verweist auf die steigende Zahl von Menschen in Krisensituationen und die notwendige Sensibilität bei solchen Einsätzen.
Für die kommenden Tage wird mit einem normalen Zugverkehr gerechnet. Pendler sollten dennoch die aktuellen Fahrplaninformationen im Blick behalten. Was bleibt, ist die Frage, wie die Unterstützung für Menschen in psychischen Krisen in unserer Region verbessert werden kann, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.