In Hamburg Schnelsen hat ein Regionalzug am frühen Dienstagmorgen einen Linienbus gerammt. Ein 61-jähriger Fahrgast des Busses kam dabei ums Leben, 14 weitere Personen wurden verletzt – drei von ihnen schwer. Der Bus der Linie 293 hatte bei schlechter Sicht auf dem verschneiten Bahnübergang angehalten, als der Zug mit etwa 115 Reisenden auf der Strecke Hamburg-Neumünster mit ihm kollidierte.
Augenzeugen berichten von einem lauten Knall gegen 6:30 Uhr. «Es war noch dunkel und hat leicht geschneit», sagt Frank Weber, der in der Nähe wohnt. Der Bus wurde bei dem Aufprall mehrere Meter mitgeschleift und stark beschädigt. Die Front des Regionalzuges ist komplett zertrümmert. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war schnell vor Ort, über 100 Sanitäter und Feuerwehrleute kämpften um jedes Leben.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. «Wir prüfen, ob technisches Versagen oder menschliches Fehlverhalten vorliegt», erklärte Polizeisprecherin Sandra Müller. Besonders im Fokus steht die Funktionsfähigkeit der Schrankenanlage bei winterlichen Bedingungen.
In meinen fast 20 Jahren als Journalistin habe ich selten ein solch verheerendes Unglück in Hamburg erlebt. Die Nachbarschaft steht unter Schock, viele Anwohner haben Kerzen am Unglücksort aufgestellt. Das Kriseninterventionsteam betreut Augenzeugen und Angehörige.
Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf der betroffenen Strecke vorerst eingestellt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing sprach den Angehörigen sein Beileid aus und kündigte eine gründliche Untersuchung an. Die Frage bleibt: Wie konnte es trotz moderner Sicherheitstechnik zu diesem tragischen Unfall kommen? Die Antwort darauf wird nicht nur für Hamburg, sondern für die Sicherheit an Bahnübergängen in ganz Deutschland Bedeutung haben.