Nach stundenlangem Stillstand fahren die Züge rund um Düsseldorf endlich wieder. Eine massive Stellwerksstörung legte heute Morgen den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt komplett lahm. Betroffen waren Tausende Pendler, die weder in die Stadt hinein noch hinaus kamen. Laut Deutscher Bahn begann das Problem gegen 5 Uhr morgens und wurde erst am späten Vormittag vollständig behoben.
«Wir hatten eine technische Störung im elektronischen Stellwerk Düsseldorf, die zu erheblichen Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr geführt hat», erklärt Bahnsprecherin Sandra Müller. Die Techniker arbeiteten unter Hochdruck an der Behebung. Besonders betroffen waren die Strecken zwischen Köln und Düsseldorf sowie die Verbindungen in Richtung Ruhrgebiet.
Am Düsseldorfer Hauptbahnhof herrschte stundenlang Ausnahmezustand. Hunderte Menschen standen ratlos vor den Anzeigetafeln, viele versuchten, alternative Transportwege zu finden. «Ich komme jetzt definitiv zu spät zu meinem wichtigen Meeting», sagte Michael Weber (43), der eigentlich nach Essen fahren wollte.
Die Bahn setzte einen Ersatzverkehr mit Bussen ein, doch dieser kam angesichts der Menschenmassen schnell an seine Grenzen. Die Situation erinnerte mich an ähnliche Vorfälle in Hamburg, wo ich mehrfach über Infrastrukturprobleme im Bahnverkehr berichtet habe. Auch dort zeigt sich: Das deutsche Schienennetz stößt immer öfter an seine Belastungsgrenzen.
Verkehrsexperte Prof. Hartmut Keller von der Universität Duisburg-Essen sieht strukturelle Probleme: «Diese Störungen zeigen, wie anfällig unsere Infrastruktur ist. Wir brauchen dringend mehr Investitionen in Backup-Systeme und Modernisierung.»
Mittlerweile rollt der Verkehr wieder, mit vereinzelten Verspätungen. Für die betroffenen Pendler bleibt ein verlorener Arbeitstag. Die Deutsche Bahn verspricht eine gründliche Analyse der Ursachen. Die Frage bleibt: Wie lange noch müssen wir mit einem System leben, das bei kleinsten Störungen komplett zusammenbricht?