In Köln sorgte ein schwerer Unfall am frühen Donnerstagmorgen für Chaos im Berufsverkehr: Ein Auto landete auf den Straßenbahngleisen der Mülheimer Brücke. Der 25-jährige Fahrer verlor gegen 5:30 Uhr die Kontrolle über seinen Wagen, durchbrach die Leitplanke und kam erst im Gleisbett zum Stehen. Glücklicherweise wurden keine Straßenbahnen getroffen.
Die Folgen waren weitreichend. «Die Brücke musste in beide Richtungen komplett gesperrt werden», erklärte Polizeisprecher Martin Lotz vor Ort. Für die Bergung des Fahrzeugs wurden schweres Gerät und ein Kran benötigt. Erst nach sechs Stunden konnte der Verkehr wieder freigegeben werden. In der Zwischenzeit staute sich der Verkehr kilometerweit zurück – besonders in Mülheim und Deutz waren die Auswirkungen zu spüren.
Die KVB musste den Straßenbahnbetrieb einstellen und Ersatzbusse einsetzen. «Unsere Techniker prüfen die Gleisanlagen auf Beschädigungen», sagte eine KVB-Sprecherin. Solche Unfälle erlebe ich in meiner Berichterstattung immer wieder, aber selten mit solch massiven Auswirkungen auf den Verkehr einer ganzen Großstadt.
Die genaue Unfallursache bleibt rätselhaft. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt, verweigerte aber konkrete Angaben zum Hergang. Die Polizei schließt überhöhte Geschwindigkeit nicht aus und prüft, ob der Mann unter Alkoholeinfluss stand. Für Pendler bleibt die bange Frage: Wie anfällig sind unsere Verkehrsadern wirklich für solche Zwischenfälle?