In Dresden feierten die Fans von Hertha BSC am Wochenende einen Auswärtssieg. Doch die Freude über die drei Punkte wird von schweren Ausschreitungen überschattet. Laut Polizeiangaben kam es vor und nach dem Spiel zu massiven Gewalttaten zwischen rivalisierenden Fangruppen. Mehr als 50 Menschen wurden vorläufig festgenommen.
Die Bilder aus der sächsischen Landeshauptstadt schockieren. Vermummte Anhänger beider Vereine lieferten sich regelrechte Straßenschlachten. Pyrotechnik flog, Flaschen wurden geworfen. Die Polizei sprach von „gezielter und organisierter Gewalt». Mehrere Beamte wurden verletzt. Auch unbeteiligte Passanten gerieten zwischen die Fronten.
„Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun», sagte Herthas Geschäftsführer Thomas E. Hertzsch nach dem Spiel. Seine Stimme klang erschöpft. „Wir verurteilen jede Form von Gewalt aufs Schärfste. Diese Menschen beschädigen den Ruf unseres Vereins massiv.» Der Club kündigte an, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und Konsequenzen zu ziehen.
Ich habe in meiner Karriere viele Derbys und brisante Spiele begleitet. Doch die Brutalität, mit der hier vorgegangen wurde, ist erschreckend. Die Szenen erinnern eher an organisierte Kriminalität als an Fußballfans. Das Spiel selbst – Hertha gewann trotz Unterzahl mit zwei zu eins – gerät völlig in den Hintergrund.
Die sächsische Polizei ermittelt nun wegen schwerer Landfriedensbruchs. Bundesweit wächst der Druck auf die Vereine, härter gegen Gewalttäter vorzugehen. Stadionverbote allein reichen offenbar nicht mehr aus. Die DFL wird sich mit dem Vorfall befassen müssen. Bleibt die Frage: Wie lange schauen wir diesem Treiben noch zu?