Am Hamburger Hauptbahnhof herrscht an diesem Dienstagvormittag der gewohnte Trubel. Nur wenige Gehminuten entfernt, am umzäunten August-Bebel-Park, spielt sich um 10:30 Uhr etwas Abgründiges ab. Ein 34-Jähriger wird mit einem Messer attackiert, lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein Bekannter des Opfers, flüchtet mit dem Fahrrad. Das alles geschieht vor den Türen der Drogenberatungsstelle Drob Inn. Ein Ort, der Hilfe bieten soll, wird zum Schauplatz brutaler Gewalt.
Die Mordkommission ermittelt. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass beide Männer der örtlichen Drogenszene zuzurechnen sind. Das ist das eine, die nüchterne Faktenlage. „Der Verletzte wurde notoperiert und schwebt außer Lebensgefahr“, teilt die Polizei mit. Eine Erleichterung in dieser schrecklichen Sache. Doch das andere ist das beklemmende Gefühl der Wiederholung. Erst Anfang August wurde hier, auf demselben Parkgelände, ein 51-Jähriger bei einer Auseinandersetzung lebensbedrohlich niedergestochen. Der Täter ist noch frei.
Ich erinnere mich an meine ersten Berichte aus St. Georg vor Jahren. Der Park war ein sichtbarer, unübersehbarer Knotenpunkt des Elends. Die Einzäunung sollte Ordnung schaffen, Kontrolle ermöglichen. Sie verhindert offenbar nicht, dass sich Konflikte in dieser hochgradig belasteten Umgebung blitzschnell zuspitzen – und tödlich enden können. Die Sozialarbeiter vor Ort leisten täglich Unglaubliches unter schwierigsten Bedingungen. Doch an Tagen wie diesen fragt man sich: Wo bleibt der Schutz für die Schwächsten, auch vor sich selbst und ihren Bekannten?
Die Polizei sucht nun dringend Zeugen. Der Verdächtige soll ein rotes Oberteil und eine blaue kurze Jeans getragen haben. Wer etwas gesehen hat, wird gebeten, sich zu melden. Das ist wichtig, um diesen Fall aufzuklären. Viel dringlicher ist jedoch die andere Frage: Wie bricht man diesen Teufelskreis aus Sucht, Perspektivlosigkeit und Gewalt, der sich an diesem Ort immer wieder entlädt? Die Wunden des 34-Jährigen werden vielleicht verheilen. Die Wunde, die dieses Viertel und unsere Gesellschaft an dieser Stelle immer wieder aufreißt, tut es nicht.
- Der 34-Jährige wurde mit einem Messer attackiert
- Der mutmaßliche Täter flüchtete mit dem Fahrrad
- Die Mordkommission ermittelt
- Der Verletzte schwebt außer Lebensgefahr
- Die Polizei sucht dringend Zeugen
- Der Verdächtige trug ein rotes Oberteil und eine blaue kurze Jeans
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ort | August-Bebel-Park |
| Uhrzeit | 10:30 Uhr |
| Opfer | 34-Jähriger |
| Verdächtiger | Bekannter des Opfers |
| Verletzung | lebensgefährlich |
| Täterbeschreibung | Rotes Oberteil, blaue kurze Jeans |