In Dortmund gibt es eine widersprüchliche Entwicklung, die viele Menschen hier direkt betrifft. Während die Gesamtkriminalität in der Stadt spürbar zurückgeht, steigen die Wohnungseinbrüche wieder an – und zwar um mehr als zehn Prozent auf über 1.400 Fälle im Jahr. Für die betroffenen Familien ist das mehr als nur eine Zahl. Ich erinnere mich an Gespräche mit Einbruchsopfern in Stuttgart oder Hamburg: Das Gefühl, in den eigenen vier Wänden durchwühlt worden zu sein, bleibt oft viel länger als der Ärger über den gestohlenen Fernseher.
Achim Stankowitz, der stellvertretende Polizeipräsident, bringt es auf den Punkt. „Das Sicherheitsgefühl der Menschen ist für uns ein Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit in Dortmund, denn es ist ein wichtiger Gradmesser für die Lebensqualität“, sagt er. Und genau dieses Gefühl wird angegriffen. Die Aufklärungsquote von nur etwa elf Prozent zeigt, wie schwierig die Arbeit für die Ermittler ist. Oft werden die Taten erst Stunden später entdeckt, Spuren sind rar. Dennoch: Im langfristigen Vergleich sind die Zahlen heute weit niedriger als noch vor zehn Jahren. Damals lag die Fallzahl fast zweieinhalb Mal so hoch.
Die gute Nachricht ist, dass fast jeder zweite Einbruchsversuch scheitert. Das ist ein Erfolg der Prävention. Die Polizei setzt klar auf Aufklärung, wie jetzt beim landesweiten Aktionswochenende „Riegel vor!“. Die Tipps sind einfach, aber wirkungsvoll:
- Immer das komplette Türschloss nutzen, nicht nur ins Schloss fallen lassen
- Gekippte Fenster sind ein Einladung
- Im Garten sollte nichts herumstehen, was als Leiter dienen könnte
- Helle Außenbeleuchtung nutzen
- Wertgegenstände nicht sichtbar Aufbewahren
- Eine aufmerksame Nachbarschaft ist die beste Sicherung
Ein verdächtiges Geräusch, ein fremdes Auto – hier bittet die Polizei ausdrücklich um den Anruf unter 110. Denn Sicherheit ist, wenn alle ein bisschen mit hinschauen.
| Jahr | Fälle | Aufklärungsquote |
|---|---|---|
| 2013 | 3,500 | 15% |
| 2023 | 1,400 | 11% |