Es ist schon ein seltsamer Frühling in diesem Jahr. Während sich Berlin und Brandenburg in dieser Woche über fast sommerliche Temperaturen freuen dürfen, zeigt das Wetter seine Ambivalenz. Potsdam meldet: viel Sonne, kaum Wolken, bis zu 27 Grad. Der Deutsche Wetterdienst sagt für Dienstag und Mittwoch strahlendes Spätfrühingswetter voraus. Die Frage, die mir im Kopf bleibt, ist jedoch: Wem nützt diese Sonne und wer fürchtet sie schon jetzt?
Die Zahlen sind unbestreitbar. Der April war zu trocken, der März viel zu warm. Wenn ich mit Landwirten in Brandenburg spreche, höre ich die Sorge heraus. „Die Böden sind staubtrocken, ein Schönwetter-Blankoscheck hilft uns jetzt nicht“, sagte mir kürzlich ein Bauer aus der Uckermark. Die frühlingshafte Idylle trügt. Sie kaschiert ein grundsätzlicheres Problem, das ich in den letzten Jahren immer häufiger dokumentiert habe: das wachsende Ungleichgewicht in unserem Klima. Die Sonnentage häufen sich, aber oft an der falschen Stelle, zur falschen Zeit.
Ich erinnere mich an Gespräche mit Klimaforschern am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Einer von ihnen brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass ‘gutes Wetter’ einfach nur sonnig und warm ist. Gutes Wetter ist ausgeglichenes Wetter.“ Diese Aussage hallt nach, wenn der DWD eine ganze Woche praktisch ohne Niederschlag prognostiziert. Für die einen bedeutet das Grillabende an der Spree, für andere bedeutet es puren Stress.
Was bleibt also von dieser Meldung? Mehr als nur ein Tipp für die Freizeitplanung. Sie ist ein kleines Puzzleteil in einem sehr großen Bild. Genießen wir die kommenden Tage? Sicherlich. Aber wir sollten sie mit dem Wissen genießen, dass diese Art von Wetter unsere Aufmerksamkeit und unseren Respekt verlangt. Die Sonne scheint für alle, aber ihre Folgen treffen uns nicht alle gleich. Das ist die wahre Vorhersage, hinter der eigentlichen.
- Sommertemperaturen in Berlin
- Trockenheit im April
- Sorgen der Landwirte
- Ambivalenz des Wetters
- Klimaforscher am Potsdam-Institut
- Die Bedeutung ausgeglichenen Wetters
| Monat | Temperatur | Niederschlag |
|---|---|---|
| März | Warm | Zu trocken |
| April | Trocken | Liegt unter dem Durchschnitt |