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NewsFact > Wirtschaft & Finanzen > VW-Krise: Mitarbeiterfrust wächst – 50.000 Jobs in Gefahr
Wirtschaft & Finanzen

VW-Krise: Mitarbeiterfrust wächst – 50.000 Jobs in Gefahr

Michael Fischer
Zuletzt aktualisiert: August 24, 2026 10:21 p.m.
Von
Michael Fischer
3 Min. Lesezeit
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„Mehr als kritisch“ – dieses harte Urteil des VW-Chefs Oliver Blume hallt dieser Tage durch die Werkshallen von Emden bis Zwickau. Wenn ein Konzernriese mit über 600.000 Beschäftigten weltweit von seiner eigenen „Überdimensionierung“ spricht, dann bebt der Boden unter einer ganzen Branche. Nicht nur in Wolfsburg fragen sich nun Zehntausende: Muss ich Angst um meinen Arbeitsplatz haben?

Die Frage, die ein Mitarbeiter in einer internen Umfrage stellte, bringt die Verunsicherung auf den Punkt. Die Stimmung ist gekippt, das Vertrauen in die Konzernspitze angekratzt. In den kommenden Tagen muss sich Vorstandschef Blume auf neun außerordentlichen Betriebsversammlungen dieser Unsicherheit stellen. „Wann beginnt wieder gemeinsames Handeln?“, lautet eine andere, fast verzweifelt klingende Frage aus der Belegschaft. Der Tenor ist klar: Die oberflächlichen Infos der letzten Wochen reichen den Menschen nicht mehr.

Die Probleme sind gewaltig. Blume nennt sie offen: US-Zölle, der eingebrochene China-Markt, geopolitischer Konfliktstoff und ein erbarmungsloser Preiskampf in Europa. Dazu kommen Überkapazitäten von über einer halben Million Fahrzeugen. Das ist keine reine VW-Krise, sondern ein Strukturbeben der gesamten Autoindustrie. Die schon länger geplanten 50.000 Stellenabbau bis 2030 – vorrangig über Altersteilzeit – werden nach Blumes eigenen Worten nicht reichen. Diese Zahl sei keine fixe Zielgröße, sondern eine Orientierung. Eine beunruhigende Aussage für jeden, der bei VW, Audi oder Porsche arbeitet.

Die Reaktion von Betriebsrat, IG Metall und Politik ist dabei bemerkenswert geschlossen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert klare Zukunftsperspektiven für die Standorte und bringt sogar alternative Geschäftsfelder wie Robotik oder Drohnen ins Spiel. „Nichts anderes ist akzeptabel“, stellt er klar. Aus meiner langjährigen Beobachtung der deutschen Industrie weiß ich: Solche Einigkeit zwischen Gewerkschaften und Landesregierung gibt dem Betriebsrat enormes Gewicht in den anstehenden Verhandlungen.

Jetzt kommt es auf die kommenden Wochen an. Werksschließungen seien die „teuerste und letzte Lösung“, beteuert Blume. Aber das Vertrauen ist brüchig. Die Transformation zur E-Mobilität ist ein Marathon, kein Sprint. Ob Volkswagen diesen Lauf als einigtes Team bewältigt oder von inneren Grabenkämpfen ausgebremst wird, entscheidet sich nun in den Werkstoren. Es geht um mehr als Jobs. Es geht um die Zukunft einer deutschen Ikone.

  • US-Zölle
  • eingebrochener China-Markt
  • geopolitische Konflikte
  • Preiskampf in Europa
  • Überkapazitäten von über einer halben Million Fahrzeugen
  • Stellenabbau bis 2030
Aspekt Details
Weltweite Beschäftigte über 600.000
Geplante Stellenabbau 50.000 bis 2030
Überkapazitäten über 500.000 Fahrzeuge
Alternativen Robotik, Drohnen

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