Manchmal sitzt der Schock ganz nah, selbst im schönsten Urlaub. Diese Woche in Bibione, einem der beliebtesten Badeorte an der italienischen Adria, wurde eine Münchner Familie damit konfrontiert. Die Mutter erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Ihre elfjährige Tochter, allein mit der Situation, wusste nicht, welche Nummer sie in Italien wählen sollte. Also rief sie ihren Vater an – in München.
Von dort aus setzte sich eine bemerkenswerte Rettungskette in Bewegung. Der Vater kontaktierte die Integrierte Leitstelle in München. Die Kollegen dort, bestens vernetzt, alarmierten ihre Pendants bei der Leitstelle im italienischen Bozen. Und von dort rollte schließlich der Rettungswagen in Bibione. Die Mutter konnte versorgt werden. Was wie ein kleines Wunder der Technik klingt, ist eigentlich eine einfache, lebenswichtige europäische Regel: die Notrufnummer 112.
„Die Leitstellen unterstützen auch bei Notfällen im Ausland“, bestätigte ein Sprecher der Münchner Feuerwehr auf Nachfrage. Das ist ein enormer Fortschritt. Früher musste man sich die lokalen Notrufnummern mühsam heraussuchen – in der Panik oft ein unmögliches Unterfangen. Heute gilt die 112 einheitlich in der gesamten EU, sowie in der Schweiz, Norwegen und Island. Man wird automatisch mit der zuständigen Stelle vor Ort verbunden. Diese Münchner Geschichte zeigt, wie gut dieses System im Ernstfall funktionieren kann.
Aber sie zeigt auch etwas anderes: Wie schnell man selbst, oder das eigene Kind, in eine solche Lage kommen kann. Ich erinnere mich an Berichte von Kollegen aus der Regionalberichterstattung, wo ähnliche Fälle in den Alpen passierten. Die Unsicherheit ist immer groß. Was also tun, außer die 112 zu kennen? Eine simple Vorbereitung hilft: Bevor man verreist, sollte man die Notrufnummer des Landes kurz googeln und ein Screenshot auf dem Handy speichern. Apps wie „EchoSOS“ bieten zudem einen kompletten Überblick für über 100 Länder und senden im Notfall automatisch den Standort mit.
Der wichtigste Tipp aber ist vielleicht dieser: Mit den Kindern reden. Klar und ohne Angst zu machen. „Wenn etwas Schlimmes passiert und ich nicht mehr antworten kann, wählst du die 112. Egal, ob wir in Spanien, Italien oder zu Hause sind.“ Diese eine Nummer könnte den entscheidenden Unterschied machen. Die mutige Elfjährige aus München hat ihren Weg gefunden. Ihr Fall macht uns bewusst, dass die beste Reisevorbereitung auch ein Plan für den Ernstfall ist. Denn der kann überall sein.
- Notrufnummer: 112
- Rettungsdienste im Ausland kontaktieren
- Vorbereitung ist entscheidend
- Local Notrufnummern googeln
- Apps wie «EchoSOS» nutzen
- Mit Kindern sprechen
| Land | Notrufnummer |
|---|---|
| Italien | 112 |
| Spanien | 112 |
| Schweiz | 112 |
| Norwegen | 112 |
| Island | 112 |
| Deutschland | 112 |