Anna-Lena Forster hat ein klares Ziel: Sie will sich selbstständig bewegen können – ob auf der Skipiste oder am Flughafen. Für die sechsfache Paralympics-Siegerin aus Radolfzell am Bodensee ist das keine Selbstverständlichkeit. Bei einem Flug im Mai am Stuttgarter Flughafen wurde ihr Weg zum Gate plötzlich unpassierbar. „Der Aufzug war kaputt. Es gab keine Alternative und keinen Ansprechpartner“, erzählt die 31-Jährige, die einen Rollstuhl nutzt, im Gespräch mit SWR Sport. Eine Situation, die für rund 1,3 Millionen Rollstuhlnutzer in Deutschland leider oft typisch ist. „Das wäre für mich so der perfekte Tag, wenn es keine Barrieren gibt“, sagt Forster.
Statt nur zu kritisieren, suchte sie das Gespräch. Sie postete ihre Erfahrung in den sozialen Medien und bot dem Flughafen ihre Hilfe an. „Weil sich sonst leider nichts ändert“, erklärt sie. Mitte August traf sie sich nun mit der Geschäftsführung. „Für mich war das total positiv, zu sehen, dass da Interesse besteht, Sachen verändern zu wollen“, so ihr erstes Fazit. Der Flughafen selbst wollte sich zum konkreten Gespräch nicht äußern. Dabei gibt es dort bereits Ansätze: Das sogenannte „Sunflower-Band“, ein grüner Schlüsselanhänger, soll auf nicht sichtbare Behinderungen wie Autismus oder chronische Krankheiten aufmerksam machen und für mehr Rücksicht werben.
Forster findet solche Ideen wichtig. „Einfach, um der Gesellschaft bewusst zu machen, dass es Menschen gibt, bei denen man nicht direkt sieht, dass sie ein Bedürfnis haben“, sagt sie. Es geht um Sichtbarkeit. Ich erinnere mich an viele Gespräche in Stuttgart oder Hamburg, in denen Betroffene ähnliches schilderten: Oft sind es die unerwarteten Hindernisse – ein defekter Lift, eine nicht angekündigte Umleitung – die die eigentliche Hürde darstellen.
- Barrieren im Alltag
- Fehlende Ansprechpartner
- Nicht sichtbare Behinderungen
- Unzureichende Informationen
- Sammlungen von Erfahrungen
- Gesellschaftliches Bewusstsein
Forsters Engagement zeigt: Veränderung beginnt, wenn Betroffene ihre Stimme erheben und die Verantwortlichen zuhören. Ihr Kampf ist nicht nur für Sportler relevant sondern für eine gesamte Gesellschaft, die Inklusion leben will. Es bleibt die Frage: Wann wird Barrierefreiheit endlich zur absoluten Selbstverständlichkeit – und nicht zur Ausnahme?
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Barrierefreiheit | Identifikation und Beseitigung von Hindernissen |
| Sichtbarkeit | Bewusstsein für nicht sichtbare Behinderungen |
| Gespräch | Konstruktiver Dialog mit Verantwortlichen |
| Aktionen | Initiativen wie das „Sunflower-Band“ |
| Interesse | Übernahme von Verantwortung durch Institutionen |
| Gesellschaft | Inklusion als gemeinsames Ziel |